Weinhändler
Hawesko-Übernahme spitzt sich zu

Der Übernahmestreit beim Weinhändler Hawesko wird turbulent. Nun wurden die Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung geladen. So soll eine längere Bieterfrist erzwungen werden.
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HamburgDer Wein- und Sekt-Händler Hawesko spielt im Kampf gegen das Übernahmeangebot seines größten Aktionärs den nächsten Trumpf aus. Das Unternehmen („Jacques' Weindepot“, „Wein & Vinos“) berief am Freitag eine außerordentliche Hauptversammlung für den 26. Januar ein, auf der die Aktionäre über die Offerte des Hamburger Unternehmers Detlev Meyer diskutieren sollen. Mit dem Schachzug verlängert sich automatisch auch die Frist, in der die Hawesko-Anteilseigner sein Angebot annehmen können, bis zum 29. Januar. Damit hat aber auch der Hawesko-Vorstand mehr Zeit, sich nach einem „weißen Ritter“ umzusehen, der ein alternatives Übernahmeangebot vorlegen könnte. Beim Finanzinvestor Permira war Hawesko in dieser Woche abgeblitzt.

„Wir möchten sicherstellen, dass unsere Aktionäre ausreichend Zeit für eine wohlüberlegte Entscheidung haben“, begründete Vorstandschef Alexander Margaritoff den Schritt. Eigentlich wäre Meyers Offerte am 22. Dezember ausgelaufen. Bisher hat sich der Gründer der Textilkette CBR (Cecil, Street One) 33,7 Prozent an Hawesko gesichert und damit Vorstandschef Margaritoff als größten Aktionär abgelöst. Sollte vor Ablauf der verlängerten Angebotsfrist ein höheres Angebot eingehen, könnten die Aktionäre, die ihm ihre Anteile angedient haben, ihre Zusage allerdings noch zurückziehen. Dann fiele Meyer womöglich auf die 29,5 Prozent zurück, die er vor der Offerte hielt.

Meyer will so viele Aktien wie möglich einsammeln, um den strategischen Kurs von Hawesko zu ändern. Er befürchtet, dass Großaktionär Margaritoff (30 Prozent) das Hamburger Unternehmen bei seinem Expansionskurs zu sehr verschuldet. Der Vorstand von Hawesko hatte Meyers Offerte als zu niedrig abgelehnt. Meyer kündigte in einer Stellungnahme an, sich auf der Hauptversammlung mit der Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat und mit möglichen Interessenkonflikten auseinanderzusetzen. Dann solle sich Hawesko „zeitnah wieder vollständig auf das operative Geschäft“ kümmern, forderte er. Der Unternehmer sitzt selbst im Aufsichtsrat von Hawesko.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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