Weitere Niederlassungen stellen Betrieb ein
Mehr als 1 000 Pin-Beschäftigte verlieren Job

Die ersten Tochterfirmen des angeschlagenen Postdienstleisters Pin stellen ihren Betrieb ein. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Freitag, dass einer von drei Standorten in Aachen zum 1. März geschlossen wird. Betroffen sind auch weitere Niederlassungen und insgesamt mehr als 1 000 Mitarbeiter.

HB DÜSSELDORF/KÖLN. Auch die Niederlassung der Pin Westmail in Münster beendet zum Beginn des neuen Monats die Postzustellung. In Aachen verlieren 114 und in Münster 468 Mitarbeiter ihren Job. In Kassel gehen mit dem Monatsende 600 Arbeitsplätze verloren, weil Pin nach Angaben des Betriebsrates und der Gewerkschaft Verdi vom Dienstag auch dort seinen Betrieb einstellt.

Am Montag will der Insolvenzverwalter Bruno Kübler über die aktuelle Lage der Pin Group berichten. Es wird erwartet, dass die Schließung weiterer Standorte angekündigt wird und viele Pin-Mitarbeiter entlassen werden. Die Pin Group beschäftigt an 91 Niederlassungen bundesweit rund 9 000 Menschen. Für insgesamt 37 Gesellschaften mit mehr als 7 000 Beschäftigte ist ein Insolvenzantrag gestellt worden. Bei einem Dutzend lief Ende Februar die Zahlung des Insolvenzgeldes aus.

Unterdessen verhandelt der Pin-Vorstand nach Angaben des Sprechers weiter fieberhaft mit Investoren über den Verkauf der gesamten Gruppe. "Es besteht noch berechtigter Grund zur Hoffnung." Vor wenigen Tagen hatte der neu bestellte Insolvenzverwalter Bruno Kübler gesagt, dass mit Schließung und Insolvenzeröffnung bei einigen Pin-Töchtern keineswegs eine "große Lösung" ausgeschlossen sei. Im Falle des Verkaufs könnten die Gesellschaften eingegliedert und die betroffenen Mitarbeiter wieder beschäftigt werden.

Die Pin Group war im vergangenen Dezember in eine finanzielle Schieflage geraten, nachdem der Axel Springer Verlag als größter Anteilseigner dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte. Als Grund wurden die schlechten Aussichten wegen des zu hohen Mindestlohns für Postboten genannt. Pin gehörte neben TNT zu den größten Konkurrenten der Deutschen Post.

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