Weitere Stellenstreichungen
Air Berlin will Preise erhöhen

Air Berlin will die Preise anheben, um 2008 nicht in die Verlustzone abzurutschen, und prüft zusätzliche Sparmaßnahmen. Vor allem Geschäftsreisende müssten sich auf Preiserhöhungen einstellen, sagte Vorstandschef Joachim Hunold der "Wirtschaftswoche" in einem am Samstag veröffentlichten Interview.

HB FRANKFURT. Im Geschäft mit Reiseveranstaltern habe die Fluggesellschaft Preissteigerungen von elf Prozent durchgesetzt und vereinbart, höhere Ölpreise an Neukunden weiterreichen zu können. "Wenn der Kerosinpreis weiter steigen sollte, werden sich Preissteigerungen nicht vermeiden lassen", sagte auch Finanzchef Ulf Hüttmeyer dem Berliner "Tagespiegel am Sonntag".

Hunold bezifferte das "Verbesserungspotenzial" durch das bestehende Effizienzprogramm auf mehr als 150 Millionen Euro im Jahr. "Fast 35 Millionen Euro realisieren wir bereits in diesem Jahr", sagte er dem Magazin. Air Berlin hatte beschlossen, 14 ältere Lang- und Mittelstreckenflugzeuge aus dem Verkehr zu ziehen und die Kapazitäten zu reduzieren, um dem Ölpreisanstieg zu begegnen. "Die 14 Jets sind unter Umständen nur ein Anfang", betonte er. Auch ein Abbau von Arbeitsplätzen sei denkbar. "In der heutigen Zeit ist das nie ausgeschlossen", sagte Hunold. Die Einführung einer "Premium Business Class" für Geschäftsreisende, die einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet hätte, sei gestoppt worden.

Mit Hilfe der Einsparungen will Air Berlin rote Zahlen aus dem laufenden Geschäft vermeiden. "Mit dem Effizienzprogramm und bei der Nachfrage auf dem jetzigen Niveau sehen wir nach wie vor ein positives operatives Ergebnis am Ende des Jahres", sagte Hunold. "Die Buchungsvorläufe und zusätzlichen Preissteigerungen unterstützen absolut unsere Prognose." Air Berlin hatte die Gewinnprognosen mehrfach gesenkt und sich zuletzt nur noch auf operativ schwarze Zahlen festgelegt.

Nach dem Scheitern einer Übernahme von Condor loten Hunold und Condor-Eigentümer Thomas Cook andere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit aus. "Wir sind ja ohnehin schon natürliche Partner, weil wir im Chartergeschäft für Thomas Cook fliegen. Wir stehen da aber erst am Anfang der Gespräche", sagte der Air-Berlin-Chef. Zudem suche sein Unternehmen Kooperationspartner in Osteuropa. Verhandelt werde bereits über die gemeinsame Nutzung von Flugnummern (Code Sharing). Eine Übernahme von Air Berlin ist für Hunold nicht in Sicht. "In unserem Fall gibt es derzeit keinerlei Anzeichen", sagte er. Ein mögliches Interesse von Emirates oder Singapore Airlines hatte zeitweise die Fantasie der Air-Berlin-Anleger beflügelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%