Weiteres Wachstum durch Outsourcing und Internationalisierung
Neuer Schwung auf dem Logistikmarkt

Das Bieterrennen um die Logistik des Karstadt-Konzerns beweist: Noch nie war Logistik so gefragt wie heute. „Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, geht es den Logistikunternehmen gut“, sagt Hugo Fiege, geschäftsführender Gesellschafter der Grevener Fiege-Gruppe, die als langjähriger Karstadt-Partner auch einer von mehreren Interessenten für die Übernahme der Karstadt-Logistik ist.

HB DÜSSELDORF. Viele Konzerne entdecken erst in der Krise die Einsparmöglichkeiten durch das Outsourcing ihrer Logistik – so auch der Warenhauskonzern aus Essen. Davon profitieren die Logistiker.

Dass Logistik in aller Munde ist, hat auch einen ganz profanen Grund: „Das beste, was uns Logistikern passieren konnte, war der Börsengang der Deutschen Post“, meint Fiege, der das Unternehmen im münsterländischen Greven gemeinsam mit seinem älteren Bruder Heinz in vierter Generation führt. „Jede Hausfrau weiß seitdem, was Logistik ist.“ Habe man zuvor nur an Spedition gedacht, sei nun allen klar, dass Logistik viel Organisation, IT, weltweites Netzwerk und auch ein bisschen Transport ist.

Die Logistik ist in Deutschland einer der größten Wirtschaftszweige. Mit einem Marktvolumen von 150 Mrd. Euro belegt sie nach Berechnungen von Professor Peter Klaus von der Uni Erlangen hinter dem Fahrzeugbau mit 271 Mrd. Euro, der Elektrotechnik mit 167 Mrd. Euro und dem Maschinenbau mit 157 Mrd. Euro den vierten Platz. Mit über zwei Millionen Beschäftigten ist die Branche zudem größter Arbeitgeber in Deutschland.

Transporte machen laut einer Studie der IKB Deutsche Industriebank dabei nur noch 40 Prozent der Logistik aus, Lagerei und Frachtumschlag etwa ein Viertel. Der Rest entfällt auf Auftragsabwicklung, Beständeverwaltung sowie Supply-Chain-Management. Bei Betrachtung aller Leistungen werden laut der Studie 55 Prozent als Werkslogistik von den Unternehmen der Industrie, des Handels und der verladenden Wirtschaft selbst erbracht. 45 Prozent sind im Rahmen des Outsourcings an Logistikdienstleister außer Haus vergeben.

Die Branche ist stark mittelständisch geprägt – eine Liga der unbekannten Stars. In der Rangliste der 50 größten Logistikunternehmen in Deutschland reicht die Prominenz nur für Rang eins und zwei. Diese Plätze belegen die Staatskonzerne Deutsche Post mit DHL sowie die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter Stinnes (Schenker). Mit großem Abstand folgen Kühne & Nagel, Hapag Lloyd, Dachser, Volkswagen Transport und UPS Deutschland. Fiege rangiert auf Platz elf; die Karstadt Tochter Optimus Logistics liegt auf Rang 13. Selbst die führenden Konzerne halten aber nur Marktanteile von unter zehn Prozent.

Die IKB-Analysten rechnen in den nächsten Jahren mit einem durchschnittlichen Wachstum von drei Prozent im Jahr. Ein Spitzenwert im Vergleich zum allgemeinen Wirtschaftswachstum.

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