Weiterhin Abwärtstrend im Osten
Wohnungsunternehmen investieren wieder mehr

Der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) rechnet im laufenden Jahr mit steigenden Investitionen seiner 3200 Mitgliedsfirmen in den Wohnungsbau.

Reuters BERLIN. „Wir werden bei zehn Mrd. € landen“, sagte GdW-Chef Lutz Freitag am Mittwoch in Berlin. 2002 sei der Aufwand für den Neubau und die Bestandssicherung noch um 12,6 % auf 9,3 Mrd. € abgesackt. Insbesondere beim Neubau, vor allem in Ostdeutschland, sei der Abwärtstrend jedoch weiterhin gegeben. Mittelfristig sieht der Verband keine Trendwende. Der Zuwachs im laufenden Jahr resultiere aus Vorzieheffekten, die auf Änderungen in der Wohnungsbauförderung zurückgingen.

Insgesamt erwartet der Verband für die Branche rückläufige Investitionen. 2002 seien die Wohnungsbauausgaben um knapp sechs Prozent auf 123,5 Mrd. € gesunken. Drohende steuerliche Veränderungen, zum Beispiel bei der Eigenheimzulage, würden eine Trendwende verhindern. Vor allem in Ostdeutschland verzeichnet der Verband Rückgänge im Wohnungsbau. Ein Grund dafür sieht der GdW im anhaltend hohen Leerstand in den neuen Ländern, der sich auf 1,3 Mill. Wohnungen belaufe. Die Leerstandsquote bei den GdW-Unternehmen hat sich nach Verbandsangaben auf 16,2 % nach 15,5 % im Vorjahr erhöht.

Der Abriss von nicht mehr benötigten Gebäuden geht laut Freitag nicht schnell genug voran. Im laufenden Jahr würden rund 35 000 Wohnungen vernichtet, nach 15 000 im vergangenen Jahr. Das Stadtumbauprogramm Ost greife nicht so schnell wie erwünscht. „Die Probleme wachsen schneller, als die Maßnahmen greifen“, sagte Freitag. Altschulden aus DDR-Zeiten würden die Schwierigkeiten im Osten noch verschärfen. Der GdW forderte, dass der Bund dauerhaft leer stehende und zum Abriss bestimmte Wohnungen von der Schuldenlast befreit.

In Westdeutschland ist die Lage der Wohnungsunternehmen dagegen stabil. Sie Leerstandsquote liege unverändert bei rund drei Prozent. Aufgrund der insgesamt entspannten Lage auf dem Wohnungsmarkt habe sich die Fluktuation der Mieter in vielen Regionen erhöht. Dies gelte allerdings nicht für Ballungsgebiete mit knappem Wohnraum wie Stuttgart, München oder Köln. Die Mieten haben sich laut GdW durchschnittlich nur wenig verändert. Die Durchschnittskaltmiete stieg im Westen 2002 von 4,10 € auf 4,27 € an, im Osten von 3,84 € auf 3,89 €.

Sorgen bereitet der Branche die geplante Reform der Gemeindefinanzen. Sollten die Zins- und Mietzahlungen als Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer der Unternehmen herangezogen werden, droht Freitag zufolge „eine katastrophale Substanzbesteuerung“. Grund sei der hohe Fremdfinanzierungsanteil bei den Wohnungsgesellschaften, die insgesamt 4,9 Mrd. € aufgenommen hätten. Der GdW forderte die Bundesregierung auf, die Sonderlage der Branche im Gesetzentwurf zu berücksichtigen.

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