Wellness-Hotels
Entspannung boomt auch in der Krise

Die getrübte Konjunkturlage kann dem Wellness-Boom nichts anhaben. Über die letzten fünf Jahre legte die Branche durchschnittlich um neun Prozent zu. Wellness-Angebote stehen hoch im Kurs und die Spa-Hotels profitieren von der großen Zahlungsbereitschaft.

BERLIN. Weniger Konferenzen, Tagungen und Geschäftsreisen - das Hotelgewerbe bekommt die Flaute in den Unternehmen unmittelbar zu spüren. Ein Gegenrezept scheint es jedoch zu geben: das Geschäft mit Wellness. "Bei uns macht sich die Krise bislang überhaupt nicht bemerkbar", sagt Petra Bensemann, Geschäftsführerin des Spa-Hotels "Das Ahlbeck" auf Usedom. Die Vorsitzende des Interessenverbands für die Wellness-Hotels auf der Insel in Mecklenburg-Vorpommern sagt, in den vergangenen Monaten sei die Zahl der Buchungen im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gestiegen. Selbst Charterflüge aus deutschen Großstädten nach Usedom werden für die Wellnessgäste in diesem Sommer angeboten.

Die aktuelle Konjunkturlage kann dem Wellness-Boom offenbar nichts anhaben. Über die letzten fünf Jahre legte die Branche durchschnittlich um neun Prozent zu, berichtet der Deutsche Wellnessverband in der aktuellen Studie "Wellness-Sensor 2009". Jeder dritte Haushalt ziehe mittlerweile einen Wellnessurlaub in Betracht. Wichtigstes Motiv ist laut Umfrage der körperliche Ausgleich zum Alltag, gefolgt von Stress und seelischer Belastung. Für die Hälfte der Bevölkerung sei Wellness ein wichtiger Teil des eigenen Lebens.

Ein "neues, bis dato nie dagewesenes Gesundheitsbewusstsein", sieht auch Anja Kirig, die mit anderen Marktforschern den "Body & Health"-Markt für eine Studie des Zukunftsinstituts in Kelkheim analysiert hat. Eigenverantwortung und sportliche Aktivität seien heute die Schlüsselwörter. Ganz anders war das noch in der Anfangsphase des Trends in den 90er-Jahren, als man unter Wellness nur passiven Genuss verstand. "Sport-Märkte sind die Gewinner der Gesundheits-Revolution", folgern die Autoren.

Der Wellnessverband betont ebenfalls die Bedeutung aktiver Gesundheitsprogramme. Dieses Kriterium fließt stark in die Vergabe des Qualitäts-Siegels ein, mit dem diejenigen Häuser auszeichnet werden, die den Anforderungen des Verbandes gerecht werden. Mit rund 80 Hotels, SPAs und Bädern tragen bislang verhältnismäßig wenige Häuser dieses Siegel. Rund die Hälfte der zertifizierten Einrichtungen ist in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt. "Nach der Wende gab es hier nichts, deshalb konnten völlig neue Konzepte entstehen", sagt Verbandssprecher Lutz Hertel über die Wellness-Region. Das meiste Geld mit dem Gesundheitstourismus verdient trotzdem nach wie vor Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg. In beiden Bundesländern stünden viele traditionelle Kureinrichtungen und Heilbäder jedoch vor der Herausforderung, ihr Angebot zu modernisieren, sagt Hertel.

Lohnen könnte sich das allemal. Laut einer Roland Berger-Studie zum sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt könnte der Gesundheitstourismus innerhalb weniger Jahre um 75 Prozent wachsen. Die Menschen seien immer mehr dazu bereit, Geld für die eigene Gesundheit auszugeben, schreiben die Unternehmensberater. Sie empfehlen niedergelassenen Ärzten und Kliniken, sich dem boomenden Geschäft mit privaten Gesundheitsleistungen zu öffnen.

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