Welterfolg Discount
Wie Aldi funktioniert

Er ist ein Phänomen, geheimnisumwittert und allgegenwärtig: Aldi, der Meister der Discounter. 99 Prozent aller Deutschen kennen Aldi, mehr als 8 000 Filialen gibt es weltweit – dennoch gibt es kein einziges Interview mit den Unternehmensgründern Albrecht. Warum ist der Billigriese nicht zu bremsen? Wie funktioniert sein System? Ein Inside-Report aus dem Aldi-Weltreich.
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Kurz hinter dem Eingang Scheibenbrot und Kaffeepads, schnell noch eine Pulle Schampus gegriffen und einen Bordeaux Cru Bourgeois Château. Rechts abgebogen zu den wechselnden Schnäppchen, heute Alu-Bratpfannen und ein dreiteiliges Gefrierdosen-Set. Gegenüber drängeln sich quergestellte Einkaufswagen vor der Palette mit ACE-Drinks. Dann ist die Bahn frei: Einmal um die Ecke zur Entenbrust aus der Kühltruhe, Parma-Schinken, Vollmilch, Bergkäse. Zwischenstopp bei den Bio-Möhren. Spurt an die Kasse, die Schlange ist grad kurz. Nur sechs gut gefüllte Wagen warten auf die Abfertigung. DVD-Rohlinge? Aufs Band damit. Piep, Piep, Piepiep-Piep. Der Einkauf türmt sich ruck, zuck auf der kleinen Staufläche. „Zahlen Sie bar oder mit Karte?“

Das ist Aldi.

Strom wird teurer, Öl auch. Und Gas. Milch und Brot werden teurer. Ein Preisschock jagt den nächsten und treibt die Kunden in den Discounter, vor allem zu Aldi. Drei von vier Haushalten in Deutschland kaufen da ein. Jeder fünfte Euro, der in Deutschland für Butter, Milch oder Kaffee ausgegeben wird, landet bei Aldi, im Reich der markenlosen Produkte. Aber billig sind sie. Darüber informiert Aldi ja jede Woche.

Und was wissen Sie sonst noch über Aldi? Nichts!

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Können Sie auch nicht, denn das Unternehmen ist verschwiegen bis zum Exzess. Die Kassiererin schweigt, der Einkaufschef schweigt, die Mitglieder der Geschäftsleitungen schweigen, die beiden Aldi-Gründer und -Eigner Theo und Karl sowieso – als ginge es um Baupläne für Atomwaffen. Doch die hat Aldi nachweislich nicht im Angebot.

Die Wirtschaftswoche ist in dem geheimnisumwitterten Imperium auf Spurensuche gegangen. Wie funktioniert Aldi? Wie steuert der Konzern vom Ruhrgebiet aus sein Weltreich? Lässt sich das System Aldi auf eine Formel bringen? Härte, Sturheit, Konsequenz – das zieht sich wie ein Leitmotiv durch alle Begegnungen der Wirtschaftswoche auf dem Planeten Aldi: bei einem Lieferanten in Australien, Gewerkschaftern in Frankreich, einem Bauleiter in Polen oder einem Manager in Österreich.

Aufgebaut wurde das Weltreich Anfang der Sechzigerjahre. Der erste Albrecht Discount, kurz Aldi, eröffnete 1962 in Dortmund. Heute betreiben Aldi Süd von Mülheim und Aldi Nord von Essen aus – beide freundschaftlich miteinander verbunden, aber rechtlich, finanziell und organisatorisch unabhängig – über 8 000 Filialen, in 17 Ländern auf den drei Kontinenten Europa, Amerika und Australien. Den Umsatz schätzen Branchenkenner auf etwa 40 Milliarden Euro.

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