Weltgrößter Luxusgüterkonzern
Purer Luxus auf sieben Etagen

Das französische Traditionshaus Louis Vuitton feiert heute die Wiedereröffnung seines Pariser Vorzeigeladens.

Im französischen Juramassiv liegt die jüngste der exklusiven Manufakturen von Louis Vuitton. In der kleinen, weiß gekalkten Halle schleifen und polieren Kunsthandwerker Brillengestelle aus Acetat. Eine mühsame Handarbeit – bis der aus Baumwollflocken gewonnene Naturstoff in der für das Luxushaus typischen braun-goldenen Schachtelung schimmert. Der Rückgriff auf tradierte Techniken fehlt auch beim jüngsten Produkt des 151 Jahre alten Koffermachers Louis Vuitton nicht. „Die Gelenke der Sonnenbrillen gehen auf die Scharniere der Überseekoffer zurück“, erklärt Art Director Marc Jacobs.

Auf kleinen und feinen Manufakturen wie dieser im Jura fußt der Prunk in Paris. An der Ecke Avenue des Champs-Elysées/Avenue Georges V feiert heute das alte Flaggschiff der Luxusmarke seine Wiedereröffnung. Auf 1 900 Quadratmetern zelebriert Louis Vuitton Luxus pur. Unter einem 20 Meter hohen Atrium aus filigranen Stahlstäben reihen sich Handtaschen und Reisekoffer, Schuhe und Kleider des edlen Labels. Das verschlungene Monogramm LV hat seinen Preis. Ein Paar Damenpumps in Krokodillederoptik kostet um die 800 Euro, ein Blazer 1 400 Euro. Die neuen Sonnenbrillen liegen zwischen 280 und 390 Euro.

Louis Vuitton, seit 1977 auch in Deutschland vertreten, ist das Filetstück der Pariser Luxusgütergruppe LVMH. Der heutige Konzernchef Bernard Arnault vereinte Louis Vuitton 1987 mit dem französischen Cognac- und Champagneradel von Hennesy und Moët – eine Verbindung, die ebenso ungewöhnlich wie erfolgreich werden sollte.

Das Konglomerat LVMH ist heute der weltgrößte Luxusgüterkonzern – noch vor dem eidgenössischen Schmuck- und Uhrenkonzern Compagnie Financière Richemont. Doch LVMH zeichnet sich nicht nur durch die schlichte Größe aus. Wie keine andere Luxusmarke vereint das französische Traditionshaus die Tugenden des Luxusgeschäfts: globale Präsenz, Handarbeit in der Herstellung, eine geschlossen Imagewelt im Verkauf.

Louis Vuitton fertigt ausschließlich selbst und auschließlich in Westeuropa und den USA. In den 15 Werkstätten in Frankreich, Spanien, Italien, der Schweiz und Kalifornien arbeiten 3 600 der 10 800 Mitarbeiter. Und daran soll sich auch in Zeiten nichts ändern, in denen andere Luxushersteller Lizenzen vergeben oder wie Prada-Chef Patrizio Bertelli laut darüber nachdenken, Teile ihrer Produktion nach China zu verlagern. In Osteuropa zu fertigen stellt in der Branche schon lange kein Tabu mehr dar. Hugo Boss, Escada und Co. sind dort längst aktiv.

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