Welthauptstadt des Feuerwerks
In dieser Stadt ist jeden Tag Silvester

In der chinesischen Stadt Liuyang wird mehr als die Hälfte des weltweit verkauften Feuerwerks hergestellt. Doch vor allem im heimischen Markt laufen die Geschäfte schleppend – wegen der Sache mit der Umwelt.

LiuyangWer mit dem Auto am Stadtrand von Liuyang unterwegs ist, fühlt sich, als wäre jeden Tag Silvester. Immer wieder erleuchtet links und rechts der Straße buntes Feuerwerk den Abendhimmel. „Das sind Fabriken, die gerade Kundenpräsentationen machen“, sagt Li Qiong, als sie auf den Parkplatz ihrer Firma fährt. Sie ist Chefin von Far Ocean Fireworks, einer von über 1.000 Firmen, die in der „Hauptstadt des Feuerwerks“ Heuler, Böller und Raketen herstellen.

Laut Angaben der Stadtverwaltung sind in Liuyang rund 400.000 Arbeiter in Fabriken beschäftigt, die gemeinsam mehr als die Hälfte der weltweit produzierten Feuerwerks herstellen. Wie unterschiedlich dabei die Vorlieben der internationalen Kunden sind, wird im Lagerraum von Li Qiongs Fabrik deutlich. Auf Deutschland warten dort in Plastiktüten vor allem kleine Raketen und Handfeuerwerk.

Im Regal für die USA, wo nicht an Silvester, sondern am Independence Day im Juli am kräftigsten geballert wird, hat alles einen wuchtigeren und militärischen Touch: Die Verpackungen der Feuerwerks-Batterien, die einmal gezündet für mehrere Minuten Schüsse in den Himmel abgeben, sind mit Panzern, Kampfflugzeugen oder Soldaten beklebt. Das Feuerwerk für den chinesischen Markt hat zwar eine ähnliche Wucht, kommt aber – eingepackt in festlichen, roten Kisten – deutlich eleganter daher.

Doch ausgerechnet der heimische Markt bereitet den Herstellern in Liuyang Kopfzerbrechen. „Firmen, die nicht exportieren und nur in China verkaufen, haben massive Probleme“, sagt Li Qiong. Zwar ist es Tradition, das chinesische Neujahrsfest, das nach dem Mondkalender auf Ende Januar oder Anfang Februar fällt, mit Raketen und Böllern zu feiern. Trotzdem sind die Verkäufe rückläufig.

Grund sind die immer strengeren Umweltregeln in den Großstädten. Aus Angst vor Smog haben die Behörden vergangenes Jahr in einigen Städten Feuerwerke rund um das zweiwöchige Neujahrsfest komplett gestrichen. Die Hauptstadt Peking, der wichtigste Absatzmarkt für Knallkörper in China, rief die Menschen per SMS dazu auf, weniger zu böllern. Auch die zugelassenen Verkaufsstellen für Feuerwerk wurden reduziert.

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Mit „grünen Knallern“ gegen Luftverschmutzung

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