Weltweit ausgelastete Werften
China lässt globale Schiff-Fahrt boomen

Die weltweiten Schiff-Fahrtsmärkte bleiben nach Einschätzung der Deutschen Bank auch 2005 unter Dampf.

HB HAMBURG. Selbst wenn das Weltwirtschaftswachstum in Zukunft etwas abnehmen werde, erwarten die Schiffsfinanzierer des Instituts, dass die anhaltend hohe Nachfrage nach Schiffsraum für Öl, Massengüter und Container 2005 zu einem weiteren „äußerst profitablen Schifffahrtsjahr macht“. Das berichtete Torsten Wagner, Vorstand der Schiffshypothekenbank zu Lübeck (SHL), am Dienstag in Hamburg. Die SHL ist eine Tochter der Deutschen Bank und gehört mit der Abteilung Schiffskredite in Hamburg zur DB Shipfinancing.

Die „außerordentliche Dynamik“ des Seehandels führten die SHL- Vorstände insbesondere auf die boomende chinesische Wirtschaft zurück. China zeichne für rund 19 Prozent der globalen Nachfrage nach über See transportierten Massengütern wie Getreide und rund 22 Prozent der weltweit per Container über See exportierten Waren verantwortlich, berichtete Wagner. Er verwies auf daraus sich ergebenden Risiken: Nie zuvor sei so viel Ladung abhängig von der Entwicklung einer einzigen Volkswirtschaft gewesen, ergänzte er.

Die boomende Schifffahrt sorgt weltweit für ausgelastete Werften. Bis Ende März 2005 seien allein 218 Containerschiffe mit einer Gesamtkapazität von 770 000 TEU (Standardcontainer) und im Wert von rund 12,5 Milliarden US-Dollar bestellt worden, berichtete Wagner. Plätze für Neubauten auf den internationalen Werften seien kaum vor der zweiten Jahreshälfte 2008 zu haben, wobei sich die Neubaupreise auf hohem Niveau bewegten.

Auch der Markt für Kreuzfahrtschiffe, in dem nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kaum neue Objekte bestellt wurden, hat sich wieder erholt. Die Kabinenpreise seien gestiegen, die verfügbaren Schiffe waren 2004 nahezu ausgelastet, berichtete Wagner. Da Neubauten frühestens 2008 abgeliefert werden könnten, schließen die DB-Fachleute 2005 und 2006 zwei der besten Jahre für das Segment nicht aus.

Von den Entwicklungen profitiert die DB Shipfinancing. Das Kreditneugeschäft wurde 2004 auf über 1,4 Milliarden Euro (2003: 1,38 Mrd) erhöht. Das Kreditvolumen liegt bei rund 3,1 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge stieg um 40 Prozent auf 53 Millionen Euro.

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