Wenig Verständnis für Kostenspekulationen
Mehdorn: Transrapidprojekt in München nicht in Gefahr

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn rechnet fest mit dem Bau der Münchener Transrapid-Strecke von der Innenstadt zum Flughafen. Unter bestimmten Voraussetzung sei die Magnet-Schwebebahn dort auch wirtschaftlich zu betreiben.

HB MÜNCHEN. Es sei klar, dass das Projekt umgesetzt werde, sagte Mehdorn am Freitag in München. Die rund 30 Kilometer lange Magnetbahntrasse soll den Hauptbahnhof im Zentrum der Landeshauptstadt mit dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen nördlich der Stadt verbinden. Mehdorn verwies darauf, dass der Flughafen mit dem Bahn-Fernverkehr nicht anbindbar sei. Der Hauptbahnhof München sei der zweitgrößte deutsche Personenbahnhof, und mit dem Transrapid könnten die Kunden dann in nur zehn Minuten zum Großflughafen gelangen. „Hier in München gibt es keine Alternative, der Transrapid ist die goldene Lösung“, sagte der Bahn-Chef.

Die Diskussion um die Kosten für das Projekt, die zuletzt von geschätzten 1,6  Mrd. Euro auf 1,85 Mrd. Euro angehoben wurden, hält Mehdorn für verfrüht. Erst müsse klar sein, was genau gebaut werden solle. Dies werde erst im Herbst mit Beginn des Planfeststellungsverfahrens geklärt sein. „Wir haben nur Vorab-Ideen, was es kostet.“ An der genauen Ausgestaltung der Pläne werde noch gearbeitet, so sei etwa noch nicht klar, auf welche Art der Transrapid in den Bahnhof geführt werde.

In der Machbarkeitsstudie für das Projekt ist von Kosten von 1,6 Mrd. Euro die Rede.Das Land und der Bund debattieren seit langem über die Verteilung der Kosten. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) hatte zuletzt aber erklärt, da sich die Studie auf Preise im Jahr 2000 beziehe, stiegen die im wesentlichen zwischen 2006 und 2010 anfallenden Baukosten auf rund 1,85 Mrd. Euro. Bayern fordert vom Bund eine höhere Beteiligung als die bislang in Aussicht gestellten 550 Mill. Euro und sieht in dem Transrapid ein Projekt des Bundes, das in Bayern realisiert wird. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hatte weitere 125 Millionen Euro bei Bedarf in Aussicht gestellt. Dies hat das Parlament aber noch nicht gebilligt. Im aktuellen Sachstandsbericht des Verkehrsministeriums heißt es: „Das Projekt - als Regionalverkehrsprojekt - liegt grundsätzlich in der Verwaltungs- und Finanzierungsverantwortlichkeit des Freistaats Bayern.“ Gleichzeitig fordert das Ministerium ein Finanzierungskonzept auf der Grundlage der bisherigen Zahlen, das Bayern für Ende 2003 zugesagt, aber bisher nicht vorgelegt habe. Daher fließen auch die für die Planung vom Bund zugesagten Mittel von 40 Mill. Euro nicht in voller Höhe.

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