Weniger Aussteller, aber trotzdem neue Hallen – Hannover lockt mit Frühbucher-Rabatten
Deutsche Messen in der Krise

Schrumpfende Aussteller- und Besucherzahlen sorgen in der Messewirtschaft für Probleme. Nach Angaben der Branchenvereinigung Auma wird die Zahl der Aussteller in diesem Jahr um 2 %, die der Besucher zwischen 3 % und 4 % zurückgehen. Zwölf Messen sind in diesem Jahr mangels Beteiligung gleich komplett abgesagt worden. Auch bei wichtigen Veranstaltungen wie der Computermesse Cebit in Hannover verzichten Unternehmen häufiger auf die eigene Präsentation.

zel/lü DÜSSELDORF. Sepp Heckmann, der zum Jahreswechsel neuer Vorstandschef der Deutschen Messe AG wird, beklagt, dass in Deutschland trotz der Rückgänge neue Ausstellungsflächen entstanden seien. „Es wird schwierig, dafür neue Messethemen zu finden und die zusätzlichen Hallen zu füllen“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Künftig würden noch weitere Gelände ausgebaut oder gleich neu angelegt wie in Stuttgart, München und Frankfurt. Von 1998 bis 2002 sei die gesamte Ausstellungsfläche in Deutschland um 10 % gewachsen. Die Zahl der Aussteller habe sich jedoch nicht verändert.

Der künftige hannoversche Messechef moniert das „kommunale Denken“. Die Anteilseigner der Messegesellschaften – häufig die jeweilige Stadt und das Bundesland, in dem sie liege – hätten stets nur ihre Region im Blick, nicht aber ganz Deutschland als Messeplatz. Der Flächenzuwachs lasse sich nicht stoppen, weil darüber nur auf kommunaler Ebene entschieden werde.

Mit veränderten Marketing-Konzepten versucht die Branche, wieder mehr Aussteller auf ihre Gelände zu ziehen. Da immer mehr Firmen erst kurz vor Messebeginn über eine Teilnahme entscheiden, lockt Hannovers Messegesellschaft mit Frühbucher-Rabatten. Auf kleineren Veranstaltungen gebe es rund 3 % Nachlass bei früher Standbuchung, erläuterte Heckmann. „Spät kommende Firmen erschweren die Planungen“, begründete er die probeweise Einführung der Rabatte.

Werner Delfmann vom Institut für Messewirtschaft und Distributionsforschung der Universität Köln sieht Messen trotz der aktuellen Negativentwicklung nicht auf dem absteigenden Ast. „Sie sind Spiegel der Märkte und unterliegen dem Auf und Ab einer Branche“, betonte er.

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