Weniger Gewinn
Tchibos Neuausrichtung greift noch nicht

Die scharfe Konkurrenz von Aldi und Lidl setzt dem Handelskonzern Tchibo weiterhin schwer zu. Vor allem bei Gebrauchsartikeln sind die Discounter harte Wettbewerber. Während das Sparprogramm bei der Konzerntochter Beiersdorf bereits greift, macht sich die Neuausrichtung von Tchibo noch nicht bemerkbar.

HB HAMBURG. Der operative Gewinn des kürzlich in Maxingvest umbenannten Familienunternehmens ging im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 334 Millionen Euro zurück. Zur Begründung verwies der Konzern am Dienstag auf den aggressiven Wettbewerb im Geschäft mit Gebrauchsartikeln, die das Unternehmen in den eigenen Kaffeegeschäften anbietet, um Kunden dorthin zu ziehen.

Die Hamburger haben nach dem Beispiel ihrer 50,5-prozentigen Tochterfirma Beiersdorf eine Neuausrichtung eingeleitet und wollen weg vom Image eines Billiganbieters. Anders als der Nivea-Hersteller, dessen Sparprogramm schon greift, rechnet Tchibo erst im Laufe des zweiten Halbjahres mit einer Wende zum Besseren.

Tchibo war zuletzt vielfach auf Teilen seines wöchentlich wechselnden Gebrauchsartikel-Angebots sitzen geblieben und hatte die Sanierung der Sparte angekündigt. Damit reagierte der Vorstand auf die Konkurrenz der Discounter, die das System kopiert haben. Die Filialen sollen nun ein schärferes Profil erhalten und die Waren attraktiver präsentiert werden. Die Modekollektion „Mitch & Co“ soll junge Käufer anlocken, die Eigenmarke „TCM“ in den Hintergrund treten. Zudem will Tchibo den Kaffeekonsum in den Filialen attraktiver machen.

Der Umsatz des Tchibo-Teilkonzerns, der das Kaffeegeschäft und die Gebrauchsartikel umfasst, verringerte sich von Januar bis Juli um vier Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Auf den Erträgen lasteten die Kosten für die Sanierung: Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach um 57 Prozent auf 45 Millionen ein. Für das Gesamtjahr rechnet der Teilkonzern mit Erlösen leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Die Entwicklung hänge wesentlich davon ab, ob die Restrukturierung Wirkung zeige.

Die Tochter Beiersdorf hatte Anfang August über ein kräftiges Umsatzplus in der ersten Jahreshälfte berichtet, wozu das florierende Geschäft mit Sonnencremes und Deodorants der Kernmarke Nivea beitrug. Den operativen Gewinn hatte Beiersdorf trotz Aufwendungen für den Konzernumbau gesteigert. Die Tchibo Holding, in der das eigene Handelsgeschäft und die Beteiligung an Beiersdorf zusammengefasst sind, steigerte den Umsatz in der ersten Jahreshälfte um vier Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.

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