Weniger Gewinn
Zahlungsverzögerungen belasten Rhön-Klinikum

Die Kaufofferte trifft Rhön-Klinikum in einer heiklen Phase: Der Krankenhauskonzern wartet auf Millionenbeiträge aus der Universitätsmedizin, auch der Stellenabbau verläuft schleppend.
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FrankfurtVerzögerte Zahlungen der Universitäten Gießen und Marburg für die Kliniknutzung schmälern den Gewinn des Betreibers Rhön-Klinikum im ersten Quartal. Der Überschuss falle fünf bis neun Millionen Euro niedriger aus als bisher geplant. Erträge aus Abrechnungen mit den medizinischen Fakultäten, die für Leistungen des Uniklinikums Gießen und Marburg aufkommen müssen, würden erst später fließen als erwartet. Bisher geplante Beiträge in einstelliger Millionenhöhe zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) könnten erst in den Folgequartalen verbucht werden.

Zudem räumte Rhön-Klinikum ein, mit geplanten Kürzungen der Personalkosten nicht so schnell voran zu kommen wie geplant. Die privatisierte Uniklinik war unlängst wegen eines Streits mit den Arbeitnehmern um Kostensenkungen und Stellenstreichungen in die Schlagzeilen geraten.

Erst vor kurzem hatte der Konzern nach längeren Querelen vor Gericht grünes Licht für den Einstieg bei der städtischen Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden bekommen. Gegen den Teilverkauf hatte es Proteste in der Bevölkerung gegeben, und es wurde ein Bürgerbegehren eingeleitet. Rhön-Klinikum gehört neben der Fresenius -Tochter Helios, Asklepios und Sana Kliniken zu den großen privaten Klinikbetreibern Deutschlands.

Trotz der Zahlungsverzögerungen in der Uniklinik bekräftigte das Management vor kurzem seine bisherige Jahresprognose. Diese sieht unter Einrechung der Wiesbadener HSK einen Umsatz von 2,85 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 350 Millionen Euro und einen Konzerngewinn von 145 Millionen Euro vor. Von den genannten Werten könne der Umsatz um 2,5 Prozent, die Gewinnkennziffern um fünf Prozent nach oben oder unten abweichen, bekräftigte das Rhön-Management.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Verzögerte Zahlungen würden den Gewinn nur schmälern, wenn die Rhön-Klinikum AG bzw. das UKGM eine Einnahme- Überschussrechnung machen würden. Was ja nach Lage der Dinge aber nicht der Fall ist, da sie bilanzierungspflichtig sind. Also ist die Formulierung buchhalterisch nicht ganz korrekt, dass verzögerte Zahlungen die Gewinne schmälern.

    Wenn die Abrechnungen schon im ersten Quartal gemacht worden wären, aber noch nicht gezahlt, hätten sie den Gewinn nicht schmälern dürfen. Höchstens minimal, wenn man annimmt, dass man etwas weniger Guthabenzinsen auf dem Bankkonto bekommen hätte.

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