Weniger Zucker exportiert
Südzucker meldet Umsatzrückgang

Der Umsatz von Europas größtem Zuckerkonzern Südzucker ist gesunken. Schuld sind auch der Exportrückgang beim Zucker und hohe Rohstoffpreise. An der Prognose für das Geschäftsjahr ändert das nichts.
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MannheimEuropas größter Zuckerproduzent Südzucker hält trotz des Gewinneinbruchs im zweiten Quartal an seinen Jahreszielen fest. Das sorgte an der Börse am Donnerstag für Erleichterung: Die im MDax notierte Aktie legte zeitweise fast vier Prozent zu. Dabei geht Südzucker wegen der schwächeren Nachfrage und den höheren Preisen für Zuckerrüben von einem Einbruch beim operativen Ergebnis um 15 Prozent auf 825 Millionen Euro aus, wie der Mannheimer Konzern bekräftigte.

Im zweiten Quartal hatte das Minus allerdings bei 35 Prozent gelegen. Eine Hintertür ließ sich Südzucker noch offen: Die Prognose sei nur zu halten, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld durch die Euro-Schuldenkrise nicht weiter verschlechtere. Für den Umsatz prognostizierte der Konzern einen leichten Anstieg auf acht Milliarden Euro.

Bei seinen Erwartungen geht Südzucker von stabilen Zuckerpreisen aus - manche Analysten sind da skeptisch: So verwies Nils-Peter Fitzl von der Bank Hauck & Aufhäuser auf die Kluft zwischen dem Zuckerpreis in Europa von rund 720 Dollar je Tonne und dem mit knapp 500 Dollar viel niedrigeren Weltmarktpreis. Trotz des Schutzes der europäischen Erzeuger durch Einfuhrzölle sei Südzucker gegen Preisdruck durch billigere Importe nicht immun. Aktienanalyst Heinz Müller von der DZ Bank erklärte dagegen, da die Zuckernachfrage in Europa nur zu 85 Prozent von den heimischen Produzenten gedeckt werden könne, gebe es kein Überangebot.

Im zweiten Quartal machten dem MDax -Konzern auch Einmaleffekte in Sparten zu schaffen: Die Bioethanol-Herstellung von Cropenergies wurde durch das Hochwasser in Ostdeutschland im Frühjahr gebremst. Und die österreichische Tochter Agrana nahm eine neue Weizenstärkefabrik für Nahrungsergänzungsmittel in Betrieb. Deren Finanzvorstand Walter Grausam erklärte in Wien, angesichts sinkender Einkaufspreise für Zucker und Stärke sei mit einem besseren zweiten Halbjahr zu rechnen. Der operative Gewinn werde nicht mehr so stark fallen wie in den ersten sechs Monaten, als er um 24 Prozent auf 108 Millionen Euro abrutschte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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