Wer übernimmt?
Alitalia entzweit die Italiener

Die Fluggesellschaften Air France-KLM und Air One haben am Montag für ihre Alitalia-Angebote mit weiteren Details geworben. Auf dem Treffen des Verwaltungsrat der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft werden die Mitglieder am Dienstag voraussichtlich entscheiden, mit wem sie in exklusive Verhandlungen treten wollen.

MAILAND/PARIS. Die beiden Konkurrenten Air France-KLM und Air One versprachen im Vorfeld Geldspritzen und eine modernere Flotte.

Die italienische Regierung, die noch immer knapp die Hälfte der Aktien hält, hat Alitalia zum Verkauf ausgeschrieben. Nachdem eine erste Versteigerung im Sommer gescheitert war, sind nun im zweiten Versuch mit Air France-KLM und der italienischen Air One zwei Interessenten übrig geblieben. Alitalia hat im vergangenen Jahr mehr als 600 Mill. Euro Verlust gemacht, ist mit 1,2 Milliarden Euro verschuldet und steckt im Dauer-Streit mit den Gewerkschaften.

Air France-KLM bestätigte Medienberichte, dass sie über eine Kapitalerhöhung 750 Mill. Euro zur Verfügung stellen und damit vor allem die veraltete Flotte erneuern will. Zudem bestätigten die Franzosen, dass sie Alitalia per Aktientausch übernehmen wollen. Die Entlassungen werden nicht über den bereits beschlossenen Notfallplan von Alitalia hinausgehen, der den Abbau von 1 700 der insgesamt rund 20 000 Stellen beim Boden- und Flugpersonal vorsieht. Zu dem Preis von 485 Mill. Euro äußerte sich Air France nicht, der deutlich unter der aktuellen Börsenkapitalisierung von knapp einer Milliarde Euro liegt.

Carlo Toto, Präsident der italienischen Air One sagte der Zeitung Corriere della Sera, dass er eine Kapitalerhöhung von einer Mrd. Euro plant und insgesamt 4,3 Mrd. Euro investieren will. "Wir werden die Flotte mit 26 neuen Flugzeugen jährlich erneuern", sagte er. Air One will nach eigenen Angaben einen Cent pro Aktie zahlen, um das Geld lieber in das Unternehmen zu stecken. Derzeit wird die Alitalia-Aktie nur noch mit 72 Cents gehandelt. Sie brach gestern erneut ein. Die Analysten von Euromobiliare raten, die Alitalia-Aktien zu reduzieren und geben ein Kursziel von 58 Cents an.

Der Plan sieht vor, dass Alitalia im Jahr 2009 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis schafft und im Jahr 2010 wieder Gewinne schreibt. Dafür sollen 2 000 Stellen "sozialverträglich" abgebaut werden. Zum Kaufpreis, der Unternehmenskreisen zufolge noch unter dem von Air France liegen soll, sagte Toto nichts.

Die deutlich kleinere Air One wird bei ihrem Vorhaben von einem Pool von Banken unterstützt, der von Intesa Sanpaolo angeführt wird, dem aber auch Goldman Sachs, Morgan Stanley und Nomura angehören. "In Hinblick auf eine industrielle Partnerschaft gibt es die Bereitschaft, das Kapital einen oder mehreren internationalen Spielern der Branche zu öffnen", ließ die AP Holding wissen, die Air One kontrolliert.

Seite 1:

Alitalia entzweit die Italiener

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%