Werbeagentur: McCann-Erickson braucht eine neue Vision

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McCann-Erickson braucht eine neue Vision

Die Werbeagentur ist verantwortlich für erfolgreiche Kampagnen wie Iglos „Blubb“-Rahmspinat. Doch die Glanzzeiten des Hauses sind lange vorbei. Chef Andreas Trautmann will die Agentur nun neu positionieren.
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DüsseldorfNach vielen negativen Schlagzeilen konnte die Werbeagentur McCann-Erickson vor wenigen Tagen erstmals wieder eine Erfolgsmeldung verkünden: Sie hat zwei neue Etats gewonnen, und zwar den des Feinkostanbieters Homann sowie den der US-Nagellackmarke Essie. Das sind zwei winzige Lichtblicke an einem düsteren Horizont.

Anfang des Jahres gab die traditionsreiche Agentur, die zum US- Werbekonzern Interpublic gehört, bekannt, drei ihrer fünf Standorte in Deutschland zu schließen. In den verbleibenden Büros in Düsseldorf und Berlin gibt es nun nach eigenen Angaben 240 Mitarbeiter. Zuvor waren es deutlich mehr gewesen. Selbst 2002, als die Agenturlandschaft krisenbedingt verdorrte, betrug die Werberzahl immerhin 350.

Andreas Trautmann, zuvor Standortchef der Agentur BBDO, hat Mitte 2011 die Führung der deutschen McCann-Gruppe mit ihren 750 Mitarbeitern übernommen. Dazu gehören neben der Werbeagentur auch die PR-Tochter MRM und der Verkaufsförderungsspezialist Momentum. Trautmann will nun vieles verändern, denn Deutschland ist einer der weltweit wichtigsten Werbemärkte. „Wir haben uns zu stark auf klassische Werbung konzentriert“, räumt er gegenüber dem Handelsblatt ein. Die Umstrukturierung, die notwendig sei, sei eine regelrechte „Zäsur“.

Dennoch plant Trautmann Investitionen. Er will den Bereich Shopper-Marketing, das den Kunden in seiner Rolle als Konsument und Käufer in den Mittelpunkt stellt, ausbauen und eine Digitalagentur zukaufen.

Und obwohl sein langjähriger Vorgänger Helmut Sendlmeier wenig von Kreativwettbewerben hielt, möchte Trautmann seine Mitarbeiter ermuntern, kreative Arbeiten bei Festivals wie dem ADC oder Cannes Lions einzureichen. Unter der Ägide des neuen Kreativchefs Bill Biancoli will Trautmann die Agentur 2013 unter den Top 15 im Kreativranking sehen, im Jahr darauf soll es ein Platz in den Top 10 sein. „Die Strategie gibt den Agenturen, die oben stehen, recht“, sagt er.

McCann-Erickson war einst eine glamouröse Werbeagentur. Kreative rissen sich um freie Stellen – eine Station bei McCann im Lebenslauf galt als Prädikat. Sie war Interpublics größte Agenturmarke im hiesigen Markt – die Schwesteragentur Draft fcb stand in ihrem Schatten. Prägnante Kampagnen verließen das Haus, darunter „Pack den Tiger in den Tank“ für Esso, „Nur Fliegen ist schöner“ für Opel oder auch der „Blubb“ mit Verona Pooth für Iglo.

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