Werbeflächen an Bahnhöfen gelten als lukrative Einnahmequelle
Für Bahn-Tochter DERG gibt es viele Interessenten

In der Branche der Außenwerber zeichnet sich eine neue große Übernahme ab. Die Deutsche Bahn prüft im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft, die Werbetochter Deutsche Eisenbahnreklame (DERG) zu verkaufen, wie Bahnchef Hartmut Mehdorn dem Handelsblatt sagte.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Damit würde sich die Branche weiter konsolidieren. Vor einem Jahr hatte bereits die Ströer-Gruppe den deutschen Plakatmarktführer Deutsche Städte-Medien (DSM) gekauft.

Mehrere Außenwerbeunternehmen haben im Handelsblatt bereits ihr Interesse an der DERG bestätigt, darunter der deutsche Marktführer Ströer, die französische JC Decaux-Gruppe, sowie die Berliner Wall AG, an der Decaux wiederum eine Minderheitsbeteiligung von 35 Prozent hält. Auch der Marktzweite, die Freund-Gruppe verfolge das Geschehen mit Interesse, heißt es dort. Die Bahntochter DERG, die im vergangenen Jahr rund 164 Mill. Euro Bruttowerbeumsatz erzielte, vermarktet unter anderen Werbeflächen an 5 700 Bahnhöfen – gut besuchte Standorte für die Außenwerbung

.

Dass die Konzentration im Markt weitergehen wird, steht für Klaus Hoffmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Außenwerbung, außer Frage. Immerhin tummeln sich noch 45 Unternehmensgruppen im deutschen Markt. In anderen europäischen Ländern bestimmen in der Regel nur zwei oder drei große Anbieter den Markt.

Im September hatten bereits elf mittelständische Außenwerbeunternehmen, darunter Ilg, Paul, Schiffmann und Westfa, die Vermarktungsgemeinschaft Plakatunion gegründet. Ströer wiederum hat im November von Thyssen-Krupp das Außenwerbeunternehmen Infoscreen gekauft, das elektronische Werbung in Bahnhöfen anbietet.

Ein Grund für Zusammenschlüsse und Übernahmen ist die wenig rosige konjunkturelle Lage. Der Markt für Außenwerbung mit einem Nettovolumen von rund 700 Mill. Euro, hängt in Deutschland durch, und die Aussichten fürs nächste Jahr sind nicht besonders gut. „2005 wird wieder ein schwieriges Jahr“, sagt Dieter Keppler, Geschäftsführer er von JC Decaux in Deutschland. „Aber man muss sich deswegen nicht in Pessimismus hüllen. Ein kleines Plus ist durchaus möglich.“

Ähnlich wird die Lage bei der Freund-Gruppe und beim Marktführer Ströer eingeschätzt. Der Kölner Konzern, der durch die DSM-Übernahme in die roten Zahlen geriet, will nach Angaben von Udo Müller 2005 wieder schwarze Zahlen schreiben und plant für 2007 den Gang an die Börse. Netto will Ströer in diesem Jahr um ein bis zwei Prozent wachsen, JC Decaux rechnet mit zwei Prozent Plus. Bei der Wall AG in Berlin, die in diesem Jahr ihre Präsenz an einigen Standorten ausbaute, wird sogar ein Wachstum von 15 Prozent auf rund 115 Mill. Euro angepeilt.

Seite 1:

Für Bahn-Tochter DERG gibt es viele Interessenten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%