Werbestrategie der Branche war falsch
Einzelhandel bleibt für laufendes Jahr skeptisch

Der deutsche Einzelhandel rechnet mit einem weiteren schlechten Jahr. Schuld daran sei ein Überhang an Handelsflächen und nicht zuletzt der Handel selbst.

HB BERLIN. Der Einzelhandel geht nicht davon aus, dass die Kauflaune der Deutschen steigt. Nach drei Minusjahren in Folge sei auch in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang zu rechnen, sagte der Präsident des Handelsverbands BAG, Helmut Merkel, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS). «Es ist zu befürchten, dass wir 2005 nicht deutlich besser abschneiden werden», hieß es. Im vergangenen Jahr war der Umsatz im Einzelhandel um 1,4 Prozent zurückgegangen.

Merkel sieht aber nicht nur in der Kaufunlust der Deutschen die Ursache für die Ernüchterung im Einzelhandel. In Deutschland gebe es einen Flächenüberhang von 30 bis 40 Prozent, rechnet der BAG-Chef vor. Darüber hinaus sei eine weitere Million Quadratmeter Handelsfläche in Planung. «Das ist der Kardinalfehler», sagte Merkel der «FAS».

Außerdem trage der Handel selbst Schuld an den Umsatzeinbußen, weil die Kunden nach dem Wegfall des Rabattgesetzes und der Zugabenverordnung über Werbung zu Schnäppchenjägern erzogen worden seien. «Die Kunden kamen immer dann, wenn es Rabatte gab», sagte Merkel. «Ohne Rabatte kamen sie nicht.»

Der Handel habe diesen Zusammenhang von Konsumverweigerung und Rabattaktionen aber mittlerweile erkannt. «Natürlich wird es auch künftig Preisaktionen geben», betonte Merkel. «Aber nicht mehr in der Breite wie in der Vergangenheit.»

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