Werbevermarkter
Ströer will 2015 erstmals Dividende zahlen

Aufstieg für Ströer: Die Werbefirma machte wieder einen Nettogewinn. Die neue Online-Werbung im Paket mit der Außenwerbung lässt die Umsätze steigen. Davon werden auch die Aktionäre im nächsten Jahr profitieren.
  • 0

KölnDer Ausbau der Außenwerbung und das Wachstum des neuen Geschäftsfelds Online-Werbung sollen der Kölner Ströer in diesem Jahr einen deutlichen Schub geben. Sowohl beim Umsatz als auch unter dem Strich erwartet das Unternehmen erneute Zuwächse. Erstmals sollen diesmal auch die Aktionäre am Gewinn beteiligt werden. „Wir wollen ab nächstem Jahr anfangen, Dividenden zu zahlen“, kündigte Unternehmenschef Udo Müller in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an.

Der Werbevermarkter hat dank anziehender Geschäfte im wichtigsten Markt Deutschland und dem Kernmarkt Türkei erstmals seit 2010 wieder einen Nettogewinn erzielt. Unter dem Strich wies das Kölner Unternehmen am Freitag für 2013 einen Gewinn von 5,1 Millionen Euro aus, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,8 Millionen Euro zu Buche stand. Der Umsatz stieg um 13,2 Prozent auf 634,8 Millionen Euro und entwickelte sich damit ebenfalls besser als von Experten erwartet.

Am meisten davon profitieren werden die Gründerfamilien selbst, denn sie halten etwa 60 Prozent am Unternehmen. „Die Familien haben 20 Jahre auf eine Dividende verzichtet“, sagte Müller, der mit Heinz Ströer den Grundstein für das heutige Unternehmen legte. Ströer habe viel Geld ausgegeben, um bei der Konsolidierung des Außenwerbemarkts in Deutschland eine führende Rolle einzunehmen. „Und das ging einfach vor. Übernahmen waren wichtig, um das Unternehmen langfristig sicher am Markt zu halten. Hätten wir uns frühzeitig dazu entschieden, Dividenden zu zahlen, würde es Ströer heute wahrscheinlich nicht mehr geben.“ Angestrebt werde ein „kleinerer Ausschüttungsbetrag“ und „sicher keine Dividendenrendite von zehn Prozent“.

Auf ein Ergebnisziel wollte sich Müller nicht festlegen. Aber er möchte anknüpfen an 2013, als Ströer erstmals seit 2010 netto wieder Gewinn schrieb, in Höhe von 5,1 Millionen Euro. „Das wäre schlimm, wenn wir im Ergebnis nicht zulegen würden. Aber Genaues können wir noch nicht sagen.“ Ströer investiere viel. Auch beim Umsatz, der 2013 um 13,2 Prozent auf 634,8 Millionen Euro zulegte, versprach Müller mehr: „Da sollte schon eine sieben davor stehen.“ Ein Treiber soll das Online-Geschäft sein. Müller erwartet 2014 einen Online-Umsatz von „deutlich über 100 Millionen Euro“. „Wir haben neun Akquisitionen getätigt in den letzten 14 Monaten, viele haben aber noch keinen Ganzjahreseffekt gezeigt.“ Und Müller hält weiter Ausschau am sehr fragmentierten Markt. Ströer wolle eine führende Rolle in der Konsolidierung einnehmen. „Im Online-Bereich werden wir sicherlich eine Reihe kleinerer Investitionen sehen, wie wir sie auch schon in den vergangenen Monaten gemacht haben.“

Ströer war früher auf Außenwerbung konzentriert. Die Kölner bestücken etwa Buswartehäuschen oder Plakatwände mit Werbung und bespielen digitale Bildschirme in Bahnhöfen oder Einkaufszentren. Aber die Investitionskosten sind hoch und zahlen sich nur langfristig aus. Wegen der unsicheren Situation im Euro-Raum, vor allem in Südeuropa, wolle Ströer deshalb mit der Außenwerbung nicht in weitere Länder außerhalb der Kernmärkte Deutschland, Türkei und Polen gehen, erklärte Müller. Stattdessen sei das Online-Geschäft ergänzend hinzugekommen. Ströer vermarktet die Werbung für eine Website und erhält dafür einen Umsatzanteil. Im Fokus stehen Medienunternehmen, die ihre Inhalte online nicht selbst vermarkten wollen oder können, und das treffe auf einen Großteil zu.

Luft nach oben“ sieht Müller aber auch in der Außenwerbung in Deutschland, die Ströer mit dem Konkurrenten JCDecaux dominiert. Müller will erreichen, dass ein größerer Teil der gesamten Ausgaben für Reklame für Außenwerbung ausgegeben wird. In Deutschland liege der Anteil bei knapp fünf Prozent, im europäischen Durchschnitt bei etwa 7,5 Prozent. „Wir glauben, dass acht Prozent realistisch sind in den nächsten vier bis fünf Jahren.“ Helfen sollen etwa die neuen digitalen Werbeflächen und neue Kunden. Hier setzt Müller auch auf das Zusammenspiel mit dem Online-Geschäft, durch das Ströer mehr Produkte anbieten könne. „Unsere Online-Präsenz wird uns helfen, auch unsere Außenwerbung besser zu vermarkten“, glaubt Müller.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Werbevermarkter: Ströer will 2015 erstmals Dividende zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%