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Amazon will Google loswerden

Sie wollen nicht länger auf einen externen Anbieter zurückgreifen, sondern selbst ins Geschäft einsteigen: Amazon plant einem Bericht zufolge eine eigene Plattform für Online-Werbung. Google dürfte das nervös machen.
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New YorkDer Internet-Händler Amazon will laut einem Zeitungsbericht eine eigene Plattform für Online-Werbung aufbauen und damit Google Konkurrenz machen. In einem ersten Schritt sei geplant, bisher über Google vermarktete Anzeigenplätze auf den Amazon-Seiten mit Hilfe eines hauseigenen Systems zu bestücken, berichtete das „Wall Street Journal“ am Wochenende. Tests für den Dienst sollten später in diesem Jahr starten, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Die Plattform funktioniere ähnlich wie Googles AdWords-System.

In diesem System erstellen Anzeigenkunden Schlagworte bei der Buchung ihrer Werbung. Suchen Google-Nutzer nach diesen Worten, erscheint die Anzeige bei den Suchergebnissen und erreicht so eher potenzielle Kunden.

Amazon habe vor, mit der Zeit über seine Plattform auch Werbung außerhalb der eigenen Website anzubieten. Damit würde das Internetunternehmen in direkte Konkurrenz zu Google und Microsoft-Angeboten treten. Google dominiert das Terrain der Online-Werbung bislang unangefochten, auch aufgrund der Marktmacht im Suchmaschinenbereich, den das Unternehmen in Deutschland mit über 90 Prozent Marktanteil dominiert. Weltweit hat Google laut der Branchenorganisation „The Search Agency“ einen Marktanteil von 84,4 Prozent an allen bezahlten Sucheinträgen. Mit eigenen Tutorials zur Google AdWords hat sich auch die Nutzer- und Drittanbieter-Community auf das Google-Werbeangebot eingestellt.

Die Amazon-Offensive kommt zu einem Zeitpunkt, da auch Google seine Strategie für AdWords überarbeitet. Zu September werden die bisherigen Produkt-Listing-Anzeigen in so genannte Google-Shopping-Kampagnen überführt. Werbetreibende, die nicht umstellen, müssen sich zunächst darauf einstellen, dass Ziel-URLs und Texte der Produkt-Listings nicht mehr verändert werden können. Ab September werden die Listings automatisch in Kampagnen umgewandelt, wobei Google in seinen Blog darauf hinweist, dass einige Einstellungen und Angebote dann möglicherweise wegfallen. Möglicherweise will Amazon Kunden ansprechen, die mit den Änderungen nicht mitgehen wollen.

Es solle bei Amazon zudem ein neues Tool geben, mit dem Werbeagenturen Platzierungen für mehrere Werbekunden auf einmal buchen können, so berichtet das „Wall Street Journal“ weiter. Die Unternehmen wollten die Informationen auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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