Werkstattkette
ATU droht der Totalschaden

Die Werkstattkette ATU kämpft ums Überleben. Nach Informationen des Handelsblatts ist der Umsatz des Konzerns im vergangenen Jahr weiter eingebrochen, und unter dem Strich steht erneut ein deutlicher Verlust. Grund hierfür ist vor allem das schwächelnde Kerngeschäft mit Autoreparaturen. Außerdem erhöht die Abwrackprämie jetzt noch zusätzlich den Druck auf das Unternehmen.

MÜNCHEN. ATU konnte zwar in den ersten zwei Monaten dieses Jahres das Geschäft dank der witterungsbedingt stärkeren Nachfrage nach Winterreifen stabilisieren. Doch das Kerngeschäft Fahrzeugwartung schwächelt weiter, so dass ATU keine Entwarnung geben kann. „2009 wird ein ganz schwieriges Jahr“, sagte ein ATU-Sprecher.

Seit der Übernahme durch Finanzinvestoren drückt ATU eine hohe Schuldenlast. Für zusätzlichen Druck sorgten die beiden sehr schneearmen Winter Ende 2006 und 2007. Das Geschäft mit Winterreifen, wichtiges Standbein von ATU, lag brach und kam erst in dieser Saison wieder in Schwung. Die Besitzer KKR und Doughty Hanson mussten im vergangenen Jahr 140 Mio. Euro nachschießen, um die Pleite zu vermeiden.

Derzeit geht das Unternehmen davon aus, im ersten Quartal die Kreditvereinbarungen nicht zu reißen. „Die Wartungszurückhaltung der Kunden macht es uns sehr schwer“, hieß es bei ATU. Aufgrund der eingeleiteten Kostensenkungen, zu denen auch ein massiver Stellenabbau gehört, rechne ATU im Gesamtjahr aber mit einer Steigerung des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda).

Nach Handelsblatt-Informationen sank der ATU-Umsatz im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Das Ebitda brach um mehr als ein Viertel auf 77 Mio. Euro ein. Im vierten Quartal konnte der Konzern aber den operativen Gewinn dank des eingeschlagenen Sparkurses um gut 50 Prozent steigern. Für das Gesamtjahr stand unter dem Strich wegen der hohen Zinsbelastungen aber ein deutlicher Nettoverlust.

Immerhin gelang es ATU, trotz des schwierigen Umfelds die langfristigen Verbindlichkeiten im vergangenen Jahr auf 620 Mio. Euro zu drücken. Die Finanzinvestoren hatten dem Unternehmen aus dem Kaufpreis von 1,45 Mrd. Euro rund 965 Mio. Euro Schulden aufgedrückt. Von diesen hat ATU mittlerweile immerhin knapp 350 Mio. Euro zurückgezahlt. In der Konjunkturkrise droht das Unternehmen trotzdem unter der Restlast zusammenzubrechen.

Angesichts der engen Finanzlage schließt ATU einen weiteren Stellenabbau laut Unternehmenskreisen nicht aus. Im Januar waren nochmals 650 Stellen gestrichen worden, derzeit beschäftigt die Kette in ihren knapp 650 Filialen insgesamt noch rund 13 000 Mitarbeiter.

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