Wert wohl 1 Milliarde Euro
Gewerkschaften verkaufen Wohnungen an US-Finanzinvestor

Der Finanzinvestor Cerberus hat von der Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften (BGAG) deren Immobilientochter Baubecon und weitere Wohnungen erworben.

HB FRANKFURT. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Cerberus am Donnerstag mit. In Branchenkreisen wird die Summe auf mehr als 1 Milliarde Euro beziffert.

Die Baubecon-Gruppe besitzt 20 000 Wohnungen, verwaltet und saniert mit rund 600 Mitarbeitern aber insgesamt 50 000 Wohnungen und Gewerbeobjekte in Deutschland. Von anderen Tochtergesellschaften der BGAG kauft Cerberus weitere 2850 Wohnungen.

Cerberus ist weltweit einer der größten Private-Equity-Fondsanbieter. Als Interessenten für die Baubecon-Gruppe galten auch die US-Investmentbank Morgan Stanley, der Whitehall-Immobilienfonds von Goldman Sachs und ein Immobilienfonds der Deutschen Bank.

Mit dem Verkauf der Baubecon-Gruppe setzt die BGAG ihre Trennung von unternehmerischen Beteiligungen fort. In den vergangenen Jahren veräußerte die Gewerkschaftsholding ihre Anteile an den Kreditinstituten BfG und Diba an die schwedische Bank SEB beziehungsweise die niederländische ING und zuletzt ihr Paket am Baufinanzierer BHW an die Postbank.

Beim Verkauf der Baubecon-Gruppe seien der Mieter- und der Mitarbeiterschutz sichergestellt, beruhigte die BGAG. Der Finanzinvestor selbst erklärte, er wolle sich langfristig engagieren und die in Hannover ansässige Baubecon als Plattform für die Immobilienaktivitäten in Norddeutschland ausbauen.

Cerberus hat in den letzten anderthalb Jahren insgesamt rund 110 000 Wohnungen in Deutschland erworben, unter anderem die Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW mit knapp 66 000 Wohnungen.

Historisch niedrige Zinsen und die Hoffnung auf wieder anziehende Immobilienpreise locken immer mehr ausländische Investoren auf den deutschen Immobilienmarkt. 2004 erwarben ausländische Fonds nach Schätzungen der Deutschen Bank rund 300 000 Wohnimmobilien im Gesamtwert von mehr als 13,5 Milliarden Euro. Die größte Transaktion im laufenden Jahr schulterte bislang der britische Finanzinvestor Terra Firma, der für etwa 7 Milliarden Euro die in Viterra gebündelten rund 150 000 Wohnungen von E.ON übernahm.

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