Wettanbieter
Bwin-Vorstände in Frankreich festgenommen

Zwei Vorstände des österreichischen Wettanbieters Bwin.com Interactive sind in Frankreich wegen angeblicher Verletzungen des französischen Glücksspielrechts festgenommen worden. bwin kündigte ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich bei der Europäischen Kommission an.

HB NIZZA. Wie Bwin am Freitag mitteilte, wurden die beiden Co-Vorstände Norbert Teufelberger und Manfred Bodner festgenommen, bevor sie die Partnerschaft des Unternehmens mit dem Fußballclub AS Monaco auf einer Pressekonferenz bekannt geben konnten. Eine Anhörung sei für Sonnabend Früh vor einem Gericht in Nizza festgelegt worden.

Es seien bereits Rechtsanwälte und die österreichische Botschaft eingeschaltet worden, sagte Bwin-Sprecher Konrad Sveceny. „Wir haben nicht gegen geltendes europäisches Recht verstoßen und fühlen uns daher im Recht“. Bwin werde vor der Europäischen Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich anstrengen, weil Frankreich gegen das geltende Recht zur Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit verstoße, sagte Sveceny weiter. Die EU-Kommission führe bereits gegen sieben Mitgliedsländer Vertragsverletzungsverfahren. Diese Länder seien Deutschland, die Niederlande, Finnland, Ungarn, Italien und Schweden, sagte Sveceny.

Bwin - vormals Betandwin - kämpft darüber hinaus gegen das Verbot, Sportwetten in Deutschland anzubieten. So haben die Behörden in Bayern am Freitag bwin die Vermittlung von Sportwetten per Internet untersagt, bestätigte der Sprecher. In den vergangenen Wochen hat neben Sachsen auch das Bundesland Hessen Bwin das Anbieten von Sportwetten und anderen Glücksspielen im Internet untersagt. Am Mittwoch entschied weiters das Gericht in Bremen, dass das Stadtamt entgegen einer erstinstanzlichen Entscheidung die Werbung im Stadion und auf Trikots verbieten darf.

Das staatliche Wettmonopol in Deutschland und in anderen Ländern sorgt seit längerem für Streit. Dabei geht es der EU-Kommission weniger um das Monopol an sich, als darum, ob die Beschränkungen für private Wettanbieter nach EU-Recht gerechtfertigt sind. Bwin wurde vom Handel an der Wiener Börse ausgesetzt. Das Papier notierte zuletzt mit 25,65 (26,70) Euro.

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