Wettbewerb
Deutsche Post eröffnet Automaten-Parks

Offensive der Deutschen Post: Um der immer stärker werdenden Konkurrenz Hermes die Stirn bieten zu können, möchte das Unternehmen künftig auch außerhalb der Fillialen mit Service punkten – das bestehende Automatennetz wird erweitert und teilweise sogar zentralisiert.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Post startet eine Vertriebsoffensive im Privatkundengeschäft und baut ihr Automaten- und Filialnetz stark aus. Wie das Handelsblatt aus Post-Kreisen erfuhr, will der Bonner Konzern künftig Postautomaten wie Packstation und Paketbox, Briefkasten und Briefmarkenautomat sowie Geldautomaten der Postbank außerdem in Automaten-Parks zusammenfassen. Bislang sind die Geräte mehr oder weniger einzeln an verkehrsgünstigen Plätzen oder in großen Post-Filialen installiert. Startschuss für die Einrichtung dieser neuen Automaten-Filialen soll noch in diesem Jahr sein. Zunächst sollen sie nur in größeren Städten getestet werden.

Gleichzeitig wird das Netz der Packstationen stark erweitert, wie die Post jetzt entschieden hat. Bis Ende 2009 sollen zu den heute 900 Packstationen 1 500 Automaten hinzukommen. Dazu investiert die Post-Tochter DHL laut Unternehmenskreisen rund 20 Mill. Euro. An den Automaten können rund um die Uhr Pakete und Päckchen verschickt und empfangen werden.

Daneben will die Post noch bis Ende des Jahres 1 000 Paketboxen installieren, sozusagen den Briefkasten für Pakete. Sie fassen Pakete bis zu einer Größe von 60x40x40 cm und werden einmal pro Werktag geleert. Die Paketboxen werden seit Herbst 2006 im Großraum Frankfurt getestet. Hersteller der Box ist Nagler Technik aus Weiden in der Oberpfalz. Doch auch das Filialnetz mit derzeit 12 500 Filialen soll ab 2008 um etwa 1 000 Postpoints, Postschalter im Einzelhandel für einige wenige Kernangebote, erweitert werden.

Der Bonner Konzern reagiert mit der Vertriebsoffensive auf die Hamburger Hermes Logistik Gruppe, die im privaten Paketmarkt mit hohen zweistelligen Zuwachsraten zu einem immer größeren Konkurrenten wird. Nur drei Jahre nach seinem Start ist Hermes, die zur Otto-Gruppe gehört, bundesweit mit 13 000 Paketshops vertreten, verzichtet aber auf Automatenlösungen. Dafür finden sich Hermes-Shops an Orten wie Tankstellen und Kiosken, die ungewöhnliche Öffnungszeiten haben. DHL hatte bereits mit einer Preissenkung auf den neuen Wettbewerber um Privatkunden reagiert.

Rund 90 Prozent der Bevölkerung könnten künftig eine der 2 400 Packstationen innerhalb von zehn Minuten erreichen, sagte Uwe Brinks, Chef von DHL Paket Deutschland. 700 000 registrierte Kunden nutzen laut Brinks bereits den Paketautomaten – Tendenz steigend. Das Angebot treffe besonders bei Singles und Berufstätigen auf Interesse, da sie so unabhängig von der klassischen Hauszustellung und den Filialöffnungszeiten ihre Pakete verschicken und empfangen könnten. Auch der Empfang von Nachnahmesendungen bis zu einem Wert von 1 500 Euro sei möglich. Bezahlt wird an einer Packstation mit EC- oder Geldkarte. Das Angebot gibt es seit Herbst 2001 mit Pilotversuchen in Dortmund und Mainz. Hersteller der Packstationen ist die Keba AG im österreichischen Linz. Sie hat auch Automaten für die Österreichische Post aufgestellt.

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