Wettbewerb
Kartellamt bremst LTU-Kauf durch Air Berlin

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin bekommt vorerst kein grünes Licht für die Übernahme des Konkurrenten LTU. Das Kartellamt hat erst einmal eine ausführliche Untersuchung angeordnet.

HB DÜSSELDORF. Das Bundeskartellamt hat wegen wettbewerbsrechtlicher Vorbehalte nach einer ersten Analyse eine genauere Untersuchung eingeleitet. „Wir haben auf mehreren Strecken Bedenken“, sagte eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Problematische Überschneidungen könne es vor allem bei Ferienflügen geben. Die Flugplänen von Air Berlin und LTU für die laufende Sommersaison überschneiden sich vor allem Richtung Spanien, Griechenland und Türkei.

Das Kartellamt will die Verbindungen nun genau unter die Lupe nehmen. Eine Entscheidung kann damit noch drei Monate auf sich warten lassen. Ein gemeinsamer Winterflugplan 2007/08, der derzeit vorbereitet werden müsste, ist dann nicht möglich.

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hatte in der vergangenen Woche erklärt, sobald die Genehmigung des Kartellamtes vorliege, sollten die LTU-Mittelstrecken nahtlos in das Netz der neuen Muttergesellschaft integriert werden. Der Name „LTU“ soll dann nur noch für Langstreckenflüge genutzt werden.

Mit dem im März verkündeten Kauf der seit Jahren defizitären LTU für 140 Millionen Euro käme die Nummer zwei der deutschen Luftfahrt auf mehr als 25 Millionen Fluggäste pro Jahr, wäre aber nur knapp halb so groß wie Marktführer Lufthansa. Gleichwohl könnten die Wettbewerbshüter auf einer Reihe von Verbindungen Richtung Mittelmeer eine zu starke Vormachtstellung sehen, die den Wettbewerb behindern könnten. In diesem Fall wäre eine Fusionsgenehmigung mit Auflagen verbunden, etwa weniger Flüge auf bestimmten Strecken.

Air Berlin zeigte sich gelassen. „Wir haben das nicht anders erwartet. Uns war klar, dass die Prüfung diesmal nicht so schnell geht wie bei der Übernahme von dba“, sagte ein Sprecher. „Wir sind davon unterrichtet worden, dass das Kartellamt die Phase zwei eingeleitet hat. Alles Weitere müssen wir abwarten“, sagte der Sprecher. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Air-Berlin-Aktie legte ungeachtet der Probleme fast drei Prozent auf 19 Euro zu.

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