Wettbewerbshüter
Brüssel prüft mögliches Krabben-Kartell

Die EU-Kommission verdächtigt vier Händler von Nordseekrabben der Kartellbildung. Die Vorwürfe: Preisabsprache und Aufteilung der Märkte in vier EU-Ländern. Den Händlern drohen Strafzahlungen.
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Brüssel/HamburgDie EU-Kommission hat einen konkreten Kartellverdacht gegen vier Händler von Nordseekrabben. Die Brüsseler Wettbewerbshüter vermuten, dass die Unternehmen Preise abgesprochen und die Märkte in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Belgien untereinander aufgeteilt haben. Das teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. Damit macht die EU-Kommission den nächsten Schritt im Kartellverfahren: Sie hat die Unternehmen schriftlich über die Vorwürfe informiert und erwartet nun eine Antwort.

Zusammenarbeit zum Schaden von Verbrauchern ist in der Europäischen Union verboten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Strafzahlungen. Die betroffenen Firmen nannte die EU-Kommission nicht - sie beruft sich auf die Unschuldsvermutung.

An der deutschen Nordseeküste fahren nach Angaben des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischerei noch gut 210 Betriebe auf Krabbenfang. 2011 gingen ihnen etwas mehr als 13.000 Tonnen in die Netze.

Pro Kilogramm erhalten die Fischer zurzeit gut sechs Euro. Die Preise schwanken je nach Fangmenge und Nachfrage stark. Im vergangenen Frühjahr hatten die Krabbenfischer ihre Boote mehrere Wochen lang in den Häfen gelassen, weil der Preis auf weniger als 1,50 Euro je Kilogramm gefallen war und damit nach Angaben der Unternehmer nicht einmal die Betriebskosten deckte.

Im Mai taten sich mehr als 120 Krabbenfischer aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen, um eine gemeinsame Vermarktungsgesellschaft zu gründen. Damit wollen sie künftig eine bessere Position gegenüber den wenigen Großhändlern erreichen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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