Wettbewerbsrecht
Lufthansa-Chef glaubt an glatte AUA-Übernahme

Grünes Licht von Seiten der EU-Wettbewerbshüter erwartet Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber für die geplante Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA). Allerdings zeigt sich Mayrhuber erstaunt über die lange Prüfung.

HB WIEN. "Die Logik spricht dafür, dass wir das ohne Auflagen bekommen", sagte er in einem am Samstag ausgestrahlten Interview im österreichischen Radio "Ö1". Es sei auch im Interesse von EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani, dass die Konsolidierung in der europäischen Luftfahrt voranschreite. Allerdings sei er nun wegen der langen und detaillierten Prüfung etwas "reservierter in seinem Optimismus" als noch vor sechs Monaten, als er keine Stolpersteine für die Übernahme gesehen habe.

Insbesondere das seit Jahren bestehende Gemeinschaftsunternehmen mit der AUA für den Grenzverkehr zwischen Deutschland und Österreich spreche jedoch dafür, dass die Wettbewerbsbehüter den Zukauf durchwinken. "Wir haben das Schnitzel, das wir bestellt haben, schon einmal bezahlt", sagte Mayrhuber. Neben der kartellrechtlichen Prüfung nimmt die EU auch den geplanten Zuschuss von Österreich über 500 Millionen Euro für die Verluste schreibende AUA unter die Lupe.

Das von der AUA geplante Sparpaket in Höhe von 225 Millionen Euro wird nach Einschätzung Mayrhubers ausreichen, sofern es zeitgerecht umgesetzt werden kann. Sollte sich die Marktsituation verschärfen, gebe es aber Anpassungsbedarf. "Unser Eindruck ist, dass die 225 Millionen Euro eine solide Aussage sind unter den Rahmenbedingungen, die bisher bekannt sind. Jetzt kommt es aber darauf an, dass sie die 225 Millionen Euro einfahren, und zwar zeitgerecht", sagte Mayrhuber.

Die AUA hat im vergangenen Jahr einen Verlust von über 400 Millionen Euro eingeflogen und einen Schuldenberg von knapp einer Milliarde Euro angehäuft. Seit Jahresbeginn brechen zudem die Buchungen stark ein. Vor der Pleite sieht sich die Fluglinie aber nicht. Scheitert die Übernahme, wird es die AUA in ihrer derzeitigen Form aber nicht mehr geben. Die österreichische Fluglinie müsste dann drastisch verkleinert werden.

Die AUA ist nicht das einzige Übernahmeziel der Lufthansa. Bislang hätten neun Airlines bei der größten deutschen Fluggesellschaft angeklopft. "Die sagen, das Wasser steht uns bis zur Unterlippe, und wir wollen mit jemand anderem zusammengehen", sagte Mayrhuber. Zuletzt hatte der Firmenchef aber deutlich gemacht, dass Lufthansa derzeit keine weiteren Übernahmen plant.

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