Wettrennen
Messen kämpfen um Sportbranche

Im Wettrennen um die erfolgreichste Sportmesse liegt die Provinz derzeit vorne. Die Messe in Friedrichshafen am Bodensee konnte der Messe München in den vergangenen Jahren mit einer umfangreichen Präsentationsfläche etliche Aussteller und Besucher abgejagen. Die Metropole hat bereits zum Gegenschlag ausgeholt.

MÜNCHEN. Es ist auf den ersten Blick ein ungleicher Kampf. Auf der einen Seite die Metropole München mit ihrem modernen Messegelände samt U-Bahn-Anschluss, mit dem zweitgrößten Airport Deutschlands und zahllosen hochklassigen Hotels. Auf der anderen Seite Friedrichshafen, eine Kreisstadt am äußersten Rand von Deutschland, mit einem Provinzflugplatz, Ausstellungshallen fernab aller Bahngleise und überlasteten Fernstraßen.

Trotzdem ist die Messegesellschaft in Friedrichshafen genau auf jenem Gebiet ausgesprochen erfolgreich, das die Münchener über Jahre hinweg dominiert haben: dem Sport. „Die Branche passt hervorragend zu uns“, sagt Geschäftsführer Klaus Wellmann. „Schließlich liegt unser Gelände mitten in einem Urlaubsgebiet – nicht weit vom Bodensee und in Sichtweite der Berge.“ Mit ihrer Outdoor-Messe haben die Friedrichshafener vergangenes Jahr sogar die Sommerausgabe der Münchener Ispo zu Fall gebracht, der größten Sportmesse der Welt. Die Ispo gibt es seither nur noch im Winter.

Morgen öffnet die „Outdoor“ wieder ihre Tore – mit mehr Ausstellern und einer größeren Fläche denn je. Die Münchener Konkurrenz allerdings holt nur eine Woche später zum Gegenschlag aus und veranstaltet mit der „Bike Expo“ zum ersten Mal eine große Fahrradmesse. Das ist kein Zufall, denn auf diesem Terrain ist Friedrichshafen mit der „Eurobike“ bislang unangefochtener Marktführer. „Die Karten sind nicht für alle Zeiten gemischt“, gibt sich Münchens Messechef Manfred Wutzlhofer kämpferisch.

Zwischen München und Friedrichshafen tobt schon seit Jahren eine heftige Auseinandersetzung um die Sportmessen. Dabei hatten die Bayern dieses Feld einst fest in ihrer Hand. Doch weil die Messeveranstalter von der Isar auf ihrem alten Gelände in der Innenstadt die Outdoor-Branche nicht genügend in Szene setzen konnten, wanderte die Branche vor Jahren nach Friedrichshafen ab. Dort blieben die Hersteller von Wanderschuhen, Regenjacken und Schlafsäcken auch dann noch, als in München längst ein neues, großes Gelände bereit stand.

Für die Sommer-Ispo in München erwies sich der Auszug der Outdoor-Ausrüster als tödlich. Denn diese Kategorie hat in den vergangenen Jahren enorm zugelegt – viel stärker als der Rest der Industrie. Auch derzeit läuft das Geschäft vergleichsweise gut. Wegen der Wirtschaftskrise ziehen viele Urlauber eine Fahrt in die Alpen einer Fernreise vor. Nicht zuletzt dadurch werde der Umsatz der Outdoor-Industrie dieses Jahr mit drei Prozent wachsen, sagt Hartmut Heinrich von der Unternehmensberatung Vivaldi Partners.

Weil neben den Outdoor-Anbietern auch noch die großen Sportkonzerne wie Nike, Adidas und Puma zuhause blieben, zog Münchens Messechef Wutzlhofer im Frühjahr 2008 die Reißleine und strich die Sommer-Ispo – „vorläufig“ wie es bis heute heißt. Stattdessen wollten die Münchener mit neuen Sportmessen starten.

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