"Wichtige Rolle" angestebt
Post will kräftig beim Medikamentenversand mitmischen

Die Deutsche Post will bei dem für 2004 geplanten Start des Versandhandels für Medikamente in Deutschland eine wichtige Rolle einnehmen. Post-Chef Klaus Zumwinkel kündigte in einem Zeitungsinterview den Ausbau dieses Geschäftsfeldes an.

Reuters DÜSSELDORF. „Wir wollen vor allem chronisch Kranken und älteren Patienten, die bestimmte Medikamente regelmäßig brauchen, unnötige Wege zum Arzt und zur Apotheke ersparen,“ sagte Zumwinkel der „Bild“-Zeitung. Post-Sprecherin Martina Dickel ergänzte, die Post werde kein eigenes Versandunternehmen für Medikamente gründen. Sie habe aber inzwischen das Know How für die besonderen Anforderungen des Medikamentenversands, da sie durch ihre seit Mai 2000 bestehende Beteiligung an dem schweizerischen Medikamentenversender Mediservice wichtige Erfahrungen gesammelt habe.

„Jetzt müssen wir den Startschuss für das Gesetz abwarten, das wohl im September in den Bundesrat eingebracht werden wird“, sagte die Post-Sprecherin. Zur Höhe der erwarteten Umsätze wollte sie sich nicht äußern. „Das ist sicher ein attraktiver Markt, die Größenordnung ist aber noch offen und hängt auch von den rechtlichen Möglichkeiten ab.“

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bezeichnete die Post-Pläne als „bedrückende und dramatische Bestätigung unserer Bedenken“ und warnte davor, dass künftig wohl Postboten zu Risiken und Nebenwirkungen Auskunft geben sollten. „Der sensible Bereich der Arzneimittelversorgung wird zu einem Tummelplatz pharmazeutischer Laien“, erklärte der Interessenverband. Post-Sprecherin Dickel wies dies umgehend als „Unsinn“ zurück. Die Post werde kein eigenes Versandgeschäft mit Medikamenten aufbauen, bekräftigte sie.

Die Bundesregierung will im Zuge der Gesundheitsreform auch den Arzneimittelvertrieb reformieren und damit letztlich zu Kostensenkungen beitragen. Ihren Plänen zufolge soll ein Apotheker künftig statt nur einer bis zu drei Filialen führen dürfen, das Versandverbot soll aufgehoben werden. Fremde Eigentümer sollen aber auch in Zukunft keine Apotheke eröffnen dürfen. Damit soll die Entstehung von Apotheken-Ketten verhindert werden. Wegen der rechtlichen Grauzone beliefert die Internet-Apotheke Doc Morris ihre Kunden in Deutschland derzeit noch von den Niederlanden aus.

In dem Zeitungsinterview bekräftigte Post-Chef Zumwinkel zudem, dass die Post die Portogebühren für Privatkunden bis zum Jahr 2005 stabil halten werde. Derzeit sei auch nicht an eine Erhöhung der Gebühren im gewerblichen Bereich oder im Paketbereich gedacht, ergänzte ein anderer Post-Sprecher.

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