Wieder in Gewinnzone - Bankenstreit weiter ungelöst
Stille Reserven helfen WCM

Der hoch verschuldete Frankfurter Immobilien- und Beteiligungskonzern ist im dritten Quartal zumindest operativ wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Dank erheblicher stiller Reserven zeigte sich der Vorstand am Mittwoch auch optimistisch für das Gesamtjahr.

HB FRANKFURT/M. Für die ersten neun Monate berichtete der Vorstand am Mittwoch von einem Gewinn vor Steuern in Höhe von 9,6 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr war ein Verlust von 32,9 Millionen Euro eingetreten. Daraus ergibt sich für das dritte Vierteljahr ein Vorsteuerergebnis von 42,5 Millionen Euro.

Wegen hoher Zinsaufwendungen und Abschreibungen auf Wohnungsbestände hatte WCM im zweiten Quartal im gewöhnlichen Geschäft noch einen Verlust von 17,8 Millionen Euro ausgewiesen. „Wir gehen davon aus, dass wir das Geschäftsjahr 2003 mit einem deutlich positiven Ergebnis abschließen werden. Aufgrund der positiven Entwicklung der Kapitalmärkte verfügen wir noch über erhebliche stille Reserven in der Bewertung unserer Aktienbestände“, erklärte WCM-Chef Roland Flach. Zu den wichtigsten Beteiligungen der WCM zählen neben dem IVG-Paket die 5,5 Prozent an der Commerzbank und gut 83 Prozent an den Klöckner-Werken. 2002 hatte WCM vor allem wegen Abschreibungen auf Beteiligungen einen Nettoverlust von 860 Millionen Euro verbucht.

Bankenstreit weiter ungelöst

WCM ringt derzeit mit ihren zerstrittenen Banken um die Verlängerung eines Kredits von 600 Millionen Euro an die WCM-Tochter Sirius, die rund 54 Prozent an der ebenfalls im MDax notierten IVG hält. Der Kredit wurde nur noch einmal bis Ende Oktober gestundet. WCM hat bislang die Zinsen an die Banken immer gezahlt, allerdings ihre Kredite kaum getilgt. Das hat zu Schulden von klar über drei Milliarden Euro bei WCM und ihren verbundenen Unternehmen geführt. Zu den wichtigsten Gläubigerbanken der WCM zählen die DZ Bank, die WGZ-Bank, und die HSH Nordbank.

Seit Sommer vergangenen Jahres sucht WCM einen neuen Großinvestor, da der Aufsichtsrats-Vize Karl Ehlerding seinen 42,5-prozentigen Anteil wegen privater Schulden von rund 450 Millionen Euro auf Druck seiner Banken - darunter die Vereins- und Westbank und die Bankgesellschaft Berlin - mindestens halbieren muss. Erst zu Monatsbeginn war der ehemalige Thyssen-Chef und Sanierungsspezialist Dieter Vogel an die Spitze des Aufsichtsrats gerückt.

Die Aktien der WCM notierten am Nachmittag 2,4 Prozent im Plus bei 1,73 Euro.

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