Wiederaufstieg nach Insolvenz
Kinowelt wächst rasend schnell

Michael Kölmel hat sich in der deutschen Medienbranche wieder einen festen Platz erobert. Fünf Jahre nach der spektakulären Insolvenz seiner börsennotierten Kinowelt AG erzielt der Unternehmer mit der neuen Kinowelt GmbH bereits einen Umsatz von rund 100 Mill. Euro. Das ist ein Viertel mehr als 2005.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. „Das Jahr lief überraschend gut“, sagte Kölmel im Gespräch mit dem Handelsblatt. Größter Erfolg von Kinowelt im zu Ende gehenden Jahr war der WM-Film „Deutschland – ein Sommermärchen“, den das Unternehmen im Verleih hat. Vier Millionen Menschen haben sich den Streifen im Kino angeschaut. Nach „Das Parfum“ ist es die populärste deutsche Produktion 2006 gewesen.

Für Kinowelt ist die Erfolgsgeschichte damit aber noch nicht zu Ende. Anfang Februar kommt die DVD in die Läden. Alleine von der Warenhauskette Karstadt liegen bereits Vorbestellungen für 100 000 Stück vor, so Kölmel.

Die Leipziger Kinowelt ist einer der größten DVD-Anbieter in Deutschland. Darüber hinaus verleiht und produziert das Unternehmen Filme fürs Kino und Fernsehen. Im Herbst hat Michael Kölmel zusammen mit seinem Bruder Rainer zudem das Medienhaus Zweitausendeins gekauft. Das Unternehmen mit einem Umsatz von 40 Mill. Euro vertreibt Bücher, CDs und DVDs in eigenen Läden, per Katalog und im Internet.

Zweitausendeins wird zwar auch künftig unabhängig geführt, soll aber dennoch das Geschäft von Kinowelt ankurbeln. „Wir werden verstärkt DVDs anbieten. Zweitausendeins ist ein guter Vertriebsweg für anspruchsvolle Filme“, sagte Kölmel.

Der Unternehmer hat Ende 2001 mit der Münchener Kinowelt AG eine der größten Pleiten des Neuen Marktes hingelegt. Der Selfmademan hatte sich zuvor mit den Großen der Branche angelegt, mit dem Medienmogul Kirch und Bertelsmann. Mit einem riesigen Filmpaket, das er in den USA eingekauft hatte, übernahm sich Kölmel jedoch. Als dann noch die Börse abstürzte und eine Bank ihren Kredit kündigte, brach das Unternehmen zusammen.

Doch Kölmel gab nicht auf. Nicht einmal ein Jahr nach der Insolvenz kaufte der gebürtige Karlsruher den größten Teil der Kinowelt den Gläubigerbanken wieder ab und verlegte den Firmensitz von München nach Leipzig. Inzwischen zählt Kinowelt 150 Mitarbeiter.

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