Wiedereinführung von Grenzkontrollen: Handelsverband warnt vor Milliardenkosten

Wiedereinführung von Grenzkontrollen
Handelsverband warnt vor Milliardenkosten

Grenzkontrollen hielten nicht nur Flüchtlinge ab, sondern auch Profite, warnt der Außenhandelsverband. Transporte könnten bei einer Wiedereinführung um bis zu drei Milliarden Euro teurer werden. Händler schlagen Alarm.

BerlinDer Außenhandelsverband BGA hat vor Milliardenkosten bei einer Wiedereinführung dauerhafter Grenzkontrollen in Europa gewarnt. Innerhalb des Schengen-Raumes hätte dies auf den deutschen Außenhandel große Auswirkungen, sagte Verbandspräsident Anton Börner dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe) laut Vorabmeldung. Rund 70 Prozent des deutschen Warenhandels mit dem Ausland würden innerhalb Europas abgewickelt. „Vor diesem Hintergrund werden sich die Kosten alleine für die internationalen Straßentransporte um circa drei Milliarden Euro verteuern.“ Der Verband warnte dem Blatt zugleich davor, dass durch Einschränkungen der Schengen-Richtlinien „die europäische Idee in ihren Fundamenten gefährdet“ sei.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Stefan Genth, zeigte sich alarmiert: „Der Warenverkehr in Europa wäre infolge der Wiedereinführung von Kontrollen durch unüberschaubare Verzögerungen stark beeinträchtigt.“ Kontrollen im Personenverkehr würden besonders die Grenzregionen treffen und das Zusammenwachsen der Regionen stark beeinträchtigen.

Im Rahmen des Schengener Abkommens gibt es zwischen den meisten EU-Staaten eigentlich keine Grenzkontrollen mehr. Wegen der Flüchtlingskrise wird aber zum Beispiel an der deutsch-österreichischen Grenze seit Monaten wieder kontrolliert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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