Wiedervorlage
US Airways steht heute als Vorzeige-Airline da

Vor einem Jahr suchte eine der größten amerikanischen Fluggesellschaften den Gläubigerschutz. Heute gilt sie in der Branche als Vorzeige-Airline.

il BOSTON. Es war ein Schock für die Branche. Vor einem Jahr stand US Airways als erste der großen US-Airlines vor der Zahlungsunfähigkeit und beantragte Gläubigerschutz. Damit war passiert, was die Manager vieler US-Airlines seit dem 11. September immer wieder betont hatten: Dass die Branche sich grundlegend ändern und für viele zu schwierig werden würde.

US Airways sah sich – neben den Marktführern American und United Airlines – am schlimmsten von den Folgen des 11. September betroffen. US Airways ist an der US-Ostküste stark präsent. Shuttleflüge zwischen Boston, Washington und New York waren beispielsweise nach dem 11. September nur noch zur Hälfte ausgelastet. Hinzu kamen strukturelle Probleme wie zu hohe Lohnkosten, zu teure Leasing-Verträge für die vielen stillgelegten Flugzeuge und die starke Konkurrenz der Billiganbieter.

Die Folgen: Zwei Mrd. $ Verlust im Jahr 2001, eine weitere halbe Mrd. $ in der ersten Hälfte 2002. Unternehmenschef David Siegel setzte nach der Genehmigung des Gläubigerschutzes im August 2002 auf eine schnelle Kostensenkung. Das Versprechen hat er gehalten: Am 31. März verließ US Airways das Chapter-11-Verfahren. Die Airline hat ihre Kosten seit 2001 um zwei Milliarden Dollar gesenkt. 17 000 der 45 000 Mitarbeiter mussten gehen, das Fluggeschäft wurde verkleinert, und US Airways konzentrierte sich auf Regionalflüge an der Ostküste.

Die Strategie ging auf: Im 1. Quartal diesen Jahres verringerte der Carrier den Betriebsverlust und wies erstmals wieder einen Nettogewinn aus. Im Juni kam die Zusage, Partner der Star Alliance, der ersten globalen Fluggesellschaften-Allianz der Welt, zu werden. „Die Ausdehnung unseres Netzwerks durch die Star Alliance wird sowohl für unsere Kunden als auch für unser Geschäft enorme Vorteile bringen“, sagte David Siegel. Denn von der Ostküste starten 70 % der Europaflüge. Und auch die Verkleinerung der Flotte um 30 % stellte sich als richtig heraus: Im Juli erreichte der Auslastungsfaktor der Passagierflugzeuge 82,2 % – für die Airline ein Rekordwert.

Mittlerweile kann das Unternehmen bereits wieder an Milliarden-Deals denken: US Airways hat 170 neue Regionaljets bestellt und will bis 2006 zusammen mit Partnern rund 300 Jets im Regionalgeschäft einsetzen. Unternehmenschef Siegel sieht Airways gestärkt aus der Krise hervorgegangen: „Andere Fluggesellschaften sind heute da, wo wir vor einem Jahr standen. Wir haben uns am Markt gut positioniert und können uns auf die Geschäfte konzentrieren. Dadurch haben wir einen Vorsprung vor den anderen.“

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