Wikileaks
Paypal gibt nach Protesten eingefrorene Spenden frei

Der heftige Protest der Wikileaks-Anhänger hat sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt gemacht: Der Online-Zahlungsdienst Paypal hat beschlossen, eingefrorene Spenden an die Enthüllungsplattform auszuzahlen.
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HB NEW YORK/BERLIN. Paypal-Justiziar John Muller erklärte im Firmenblog: "Wir verstehen, dass die Entscheidung von Paypal zum Gegenstand einer größeren Geschichte geworden ist, bei der es rund um die Aktivitäten von Wikileaks auch um politische und juristische Debatten und um die Meinungsfreiheit geht." Das Spendenkonto sei allein wegen der Verletzung der Geschäftsbedingungen gesperrt worden. Grundlage sei ein Brief des US-Außenministeriums an Wikileaks, wonach das Internet-Projekt im Besitz von Dokumenten sein könnte, die unter Verletzung von US-Gesetzen beschafft worden seien.

Die zu den wichtigsten Spendensammlern von Wikileaks zählende Wau- Holland-Stiftung will nach eigenen Angaben rechtlich gegen die unangekündigte Sperrung ihres Kontos bei PayPal vorgehen. Die Stiftung bezifferte die Höhe der zeitweise eingefrorenen Spenden auf rund 10 000 Euro.

Nach massiven Hackerangriffen auf die Internet-Präsenz von Mastercard war in der Nacht zum Freitag auch Visa das Ziel von sogenannten DDOS-Angriffen ("Distributed Denial of Service"). Dabei wird ein Web-Server mit Unmengen von Daten geflutet und dadurch blockiert. Beide Kreditkarten-Firmen hatten angekündigt, keine Zahlungen an die Enthüllungsplattform mehr zuzulassen.

Aktivisten der "Anonymous"-Bewegung, die sich zu den Hackerangriffen bekannte, kündigten die Attacke auf Visa eine Stunde vorher über den Kurzmitteilungsdienst Twitter an. Nach Informationen des Blogs "Redspin", das sich mit Themen der Netzsicherheit beschäftigt, beteiligten sich zeitweise mehr als 1700 Personen an den Angriffen.

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  • Ha, ha, haa! So viele Kundenkonten in so kurzer Zeit hat ein Geldinstitut wohl noch nie verloren. Da ist die Geschäftsidee ins Wanken gekommen...

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