Wilfried Oskierski Lidl-Chef geht offenbar im Streit

Nach dem Skandal um die Bespitzelung von Mitarbeitern ist der Lebensmittel-Discounter Lidl jetzt in eine tiefe Führungskrise geraten. Vorstandschef Wilfried Oskierski hat das Unternehmen Knall auf Fall verlassen. Damit ist völlig offen, welchen Kurs der sehr verschlossene Konzern in Zukunft fahren wird.
  • Martin-Werner Buchenau
Das Lidl-Logo. Der Lebensmitteldiscounter ist derzeit führungslos. Foto: dpa

Das Lidl-Logo. Der Lebensmitteldiscounter ist derzeit führungslos. Foto: dpa

STUTTGART. Lidl verliert damit den potenziellen Nachfolger von Aufsichtsratschef Klaus Gehrig. Der 59-Jährige vertritt die Interessen des Firmengründers Dieter Schwarz. Bei ihm laufen noch immer alle Fäden zusammen.

Eine offizielle Mitteilung des Unternehmens gibt es nicht. Nur auf Anfrage bestätigte eine Sprecherin, „dass sich Lidl und Wilfried Oskierski getrennt haben“. Gründe für sein Ausscheiden nannte der Hauptkonkurrent von Aldi nicht. Über die Nachfolge werde das Unternehmen kurzfristig entscheiden.

Oskierski war als Vorstandsvorsitzender der Lidl Stiftung & Co. KG für das internationale Geschäft des Unternehmens verantwortlich. Deshalb habe die Spitzel-Affäre in Deutschland nichts mit seinem Ausscheiden zu tun, betonte die Sprecherin. Der 44-Jährige war aber der oberste operative Chef des verzweigten und verschlossenen Konzerns mit 50 Mrd. Euro Umsatz, zu dem auch die Kaufland-Gruppe zählt.

Allein deshalb ist er nach Einschätzung von Konzernkennern auch für das Desaster um die Spitzelaffäre mitverantwortlich. Gut möglich, dass AR-Chef Gehrig ihn jetzt zum Sündenbock gemacht hat. Denn Gehrig selbst dürfte unter Druck geraten sein. Seine eigenen Auftritte in der Öffentlichkeit, um den Skandal zu entschärfen – unter anderem bei Johannes B. Kerner – waren alles andere als gelungen.

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