Will Großaktionär bleiben
Ryanair richtet sich auf Scheitern der Aer-Lingus-Übernahme ein

Europas führende Billig-Fluggesellschaft Ryanair rechnet nicht mehr damit, dass die Übernahme des Konkurrenten Aer Lingus gelingt. Vorstandschef Michael O’Leary sagte gestern auf einer Pressekonferenz in London, die Offerte werde wahrscheinlich keine Mehrheit finden, doch Ryanair werde Großaktionär bleiben.

dih LONDON. Nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr hob O’Leary gestern die Jahresprognose an. Er kündigte an, einen Teil der Barreserven an die Aktionäre auszuschütten. Die Ryanair-Aktie stieg auf ein Rekordhoch, während die Aer-Lingus-Titel nachgaben.

Die Erfolgsaussichten für die Übernahmeofferte hängen laut O’Leary stark davon ab, wie sich der Aktientrust der Aer-Lingus-Mitarbeiter entscheidet. „Es scheint so, als würden sie ablehnen“, sagte er gestern. Damit sei ein Erfolg für Ryanair unwahrscheinlich. Finanzchef Howard Millar sagte allerdings Reuters, er rechne damit, dass Ryanair die Angebotsfrist über den kommenden Montag hinaus verlängern werde, um das Ergebnis der bis Ende November laufenden Abstimmung der Aer- Lingus-Beschäftigen abzuwarten.

Ryanair hatte am 5. Oktober aus heiterem Himmel ein Angebot für Aer Lingus vorgelegt. Die ehemalige Staatsfluggesellschaft Irlands war drei Tage vorher an die Börse gegangen. Regierung und Gewerkschaften hatten sich über den Vorstoß empört; der Vorstand von Aer Lingus lehnte ihn am Freitag offiziell ab.

Die mehr als zwei Mrd. Euro Barreserven, aus denen Ryanair das Angebot von knapp 1,5 Mrd. Euro leicht finanzieren kann, will O’Leary zum Teil an die Aktionäre ausschütten – unabhängig davon, wie der Übernahmekampf ausgeht. Das werde bis Ende 2007 per Aktienrückkauf oder Sonderdividende geschehen, kündigte er an. Außerdem plant das Unternehmen einen Aktiensplitt, bei dem die Anleger für eine alte Aktie zwei neue bekommen sollen.

Für das Halbjahr zum 30. September legte Ryanair erneut glänzende Zahlen vor. Sowohl der Anstieg des Umsatzes um ein Drittel auf 946 Mill. Euro als auch der des Reingewinns um 39 Prozent auf 237 Mill. Euro übertrafen die Markterwartungen. Die Passagierzahl wuchs um vier auf 22 Millionen. Entsprechend erfreut waren die Analysten. Sie verwiesen auf den Kontrast zu den Problemen anderer Airlines. Ryanair rechnet für das laufende Geschäftsjahr nun mit einem Gewinnplus von 16 Prozent auf 350 statt bisher 335 Mill. Euro.

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