Winterchaos
Flughäfen bekommen das Eis nicht in den Griff

Der Winter hat weite Teile Deutschlands nach wie vor fest im Griff. Das trifft vor allem die Flughäfen: In Frankfurt müssen heute mindestens 40 Flüge gestrichen werden, auch Berlin meldet Annulierungen. Es könnte sogar noch dicker kommen. Denn das Enteisungsmittel wird knapp. Hersteller, Flughäfen und Dienstleister geben sich gegenseitig die Schuld.
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FRANKFURT/BERLIN. "Die Chance, mit Lufthansa von hier wegzukommen, ist gleich null." Bedauernd hebt der Lufthansa-Mitarbeiter inmitten einer Gruppe frustrierter Passagiere am Berliner Flughafen Tegel seine Schultern: "Ich kann Ihnen nichts Schönes erzählen." Schnee und Eis lähmen Deutschland. An den Flughäfen geht kaum noch etwas, Fernzüge fahren mit großer Verspätung, Autos stauen sich auf zig Kilometern.

Am Frankfurter Flughafen müssen am Freitag mindestens 40 Flüge gestrichen werden. Zudem muss mit Verspätungen gerechnet werden. "Am Donnerstag mussten insgesamt 480 Annullierungen vorgenommen werden", sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers, Gunnar Scheunemann, in der Nacht.

Die Ausfälle betreffen Maschinen, die nicht starten und wieder zurückfliegen konnten. Durch die Schneefälle waren zuvor die Landebahnen zeitweise ausgefallen. "Es könnten noch mehr Flüge am Freitag gestrichen werden", sagte Scheunemann. Gesperrt war der Flughafen wie am Mittwoch nicht. "Alle Bahnen sind offen."

Auch in Berlin gab es Ausfälle. Der britische Billigflieger Easyjet und die Fluggesellschaft Germanwings haben Flüge ab Berlin-Schönefeld für Freitag gestrichen. Das wichtige Enteisungsmittel für die Flugzeuge sei aber mittlerweile eingetroffen, sagte der Sprecher der Berliner Flughäfen, Leif Erichsen.

Bei Easyjet wurden sämtliche Flüge am Vormittag gestrichen. Grund dafür ist laut Mitteilung der „Mangel an Enteisungsmittel“. Neun Maschinen könnten deshalb nicht starten und elf Flugzeuge nicht in Berlin-Schönefeld landen. Der vorerst letzte Easyjet-Flug, der von Schönefeld gestrichen wurde, ist ein Flug nach Barcelona um 8.40 Uhr. Betroffen sind Flüge nach Schönefeld, unter anderem aus Amsterdam, Paris oder Brüssel. Am Donnerstagnachmittag war in Berlin-Schönefeld das Enteisungsmittel ausgegangen. Auch Germanwings habe Flüge in Schönefeld annulliert, sagte Erichsen. Eine Zahl nannte Erichsen nicht. „Es wäre Kaffeesatzleserei“, sagte er.

Auch wenn keine sibirischen Verhältnisse herrschen - die Verkehrsunternehmen bekommen den Winter nicht in den Griff. "Es ist vorstellbar, dass sich einige zu sehr auf den Klimawandel verlassen haben, in der Hoffnung, dass die Winter dauerhaft milde bleiben", sucht Uwe Kirsche vom deutschen Wetterdienst nach einer Erklärung.

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  • Nachsatz:
    Das natürlich die Verstädterung zur Verblödung im instinktiven Umgang mit der Natur beiträgt sei obiger Ausführung noch hinzugefügt.

  • Die Zustände die durch leichten Schneefall entstehen sind Ausdruck der Verblödung von Volk und Regierung.

    beweis: Auflagenhöhe der bLÖD-Zeitung

  • Das ich nicht lache ... aufgrund der Klimaerwärmung wird es eben bei uns kälter (Golfstrom/Gletscherschmelze Thematik). Man muss sich nur mal anschauen auf welchen breitengraden wir leben und wie es da anderswo mit dem Klima aussieht. z.b. liegt berlin nördlicher als das kanadische Quebec und ich frag mich wie dort die Winter sind ;-)

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