Wirtschaftskanzleien gekürt
Hengeler Mueller und Freshfields dominieren

Das Branchenfachblatt Juve hat die besten Wirtschaftskanzleien Deutschlands gekürt. In der jährlichen Rangliste gibt es an der Spitze kaum Bewegung. Ganz vorn stehen ebenbürtig die Großkanzleien Hengeler Mueller und Freshfields. Danach kommt eine Kluft zu den nächsten vier Firmen – kleinere Kanzleien können vom Machtkampf der Großen nicht profitieren.

DÜSSELDORF. Die Juve-Experten teilen die 50 Top-Kanzleien in eine Acht-Klassen-Gesellschaft. Im zweiten Feld stehen Clifford Chance, Gleiss Lutz, Linklaters und Shearman Sterling, im dritten Allen & Overy, CMS Hasche Sigle, Latham & Watkins, Lovells und Nörr Stiefenhofer. Je mehr Finanzierungs- und Transaktions-Know-how und je mehr Fähigkeit, auf hohem Niveau in grenzüberschreitenden Fällen zu beraten, umso höher landet die Kanzlei in der Platzierung.

Der Ranglistenführer Freshfields war laut Juve im vergangenen Jahr in "praktisch allen wichtigen Deals“ dabei, im Private-Equity-Bereich sei keine andere Kanzlei so oft vertreten gewesen. Freshfields ist mit 572 Anwälten in Deutschland die größte Kanzlei, weltweit hat sie 2 500 Fachleute. Freshfields’ Umsatz wird auf 370 Mill. Euro geschätzt. Die Summe der betreuten Transaktionen lag in den ersten acht Monaten 2007 bei 168,6 Mrd. Euro.

Nur wenige Top-Firmen – darunter Hengeler, Nörr Stiefenhofer und Gleiss Lutz – sind noch allein in deutscher Hand. Die meisten haben mit amerikanischen oder britischen Großkanzleien fusioniert. Welche Auswirkungen das haben kann, erlebte gerade Linklaters. Nachdem die beiden Düsseldorfer M&A-Experten, Star-Anwalt Ralph Wollburg und Achim Kirchfeld, nach mehr als 20 Jahren von Freshfields zu Linklaters wechselten, hatte dies überraschende Folgen für den traditionsreichen Kölner Standort von Linklaters: Er wurde aufgelöst. Statt dessen baute man ein Büro an der Düsseldorfer Königsallee auf. Dies aber ohne die meisten Kölner Linklaters -Partner, die jetzt wohl oder übel unter ihrem früheren Namen Oppenhoff ein neues Büro in Köln eröffnen.

Kleinere Kanzleien können von dem Machtkampf der Großanbieter nicht profitieren. "Insgesamt ist die Tendenz, dass regionale Kanzleien, die oft sehr gute Arbeit leisten, an Marktpräsenz verlieren, weil sie in ihrer Entwicklung stehen bleiben“, beobachtet Aled Griffiths, der Chefredakteur von Juve. "Ihr Problem wird zunehmend, dass sie nicht den richtigen Nachwuchs bekommen und ihnen Manpower fehlt.“

Die großen Spieler dagegen sehen Wachstumschancen. "Die Top-Adressen haben es geschafft, dass ihre Anwälte heute nicht mehr nur im deutschen Recht beraten, sondern ihre Arbeit ein weltweiter Exportartikel bis nach Dubai oder die USA geworden ist“, sagt Konstantin Mettenheimer, der Weltchef von Freshfields. "Das Klimarecht oder die Regeln, mit denen Länder sich vor Investitionen von Staatsfonds schützen wollen, wird die internationalen Kanzleien zum Beispiel in Zukunft gut beschäftigen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%