Wirtschaftskrise
Bahn will fast eine Milliarde im Güterverkehr sparen

Die Bahn reagiert im Güterverkehr auf der Schien mit drastischen Sparmaßnahmen auf die Wirtschaftskrise. Allein in diesem Jahr will sie dort 850 Millionen Euro einsparen. Der Grund: Schnelle Besserung sei nicht in Sicht.

HB BERLIN. Einsparungen in dieser Höhe seien als Reaktion auf die Wirtschaftskrise nötig, zumal eine konjunkturelle Erholung in der zweiten Jahreshälfte "bislang nicht erkennbar" sei, sagte der Chef des Bahn-Geschäftsfelds DB Schenker Rail, Klaus Kremper, in der jüngsten Ausgabe der Mitarbeiterzeitung "DB Welt". "Daher ziehen wir schon seit Monaten alle Register. Wir müssen vor allem mit den Kosten runter." Die Gewerkschaft Transnet lehnte unterdessen Lohnzugeständnisse der Mitarbeiter ab.

"Der Konzern erzielt Milliardengewinne, der wichtige Personenverkehr läuft weiter sehr gut", sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner der "Stuttgarter Zeitung". "Die Lage ist also nicht so dramatisch, dass Lohnzugeständnisse der Mitarbeiter gerechtfertigt wären." Seit 2005 hätten die Bahnmitarbeiter zur Beschäftigungssicherung und für den Umbau des Unternehmens auf 5,5 Prozent Lohnzuschlag verzichtet. "Würde die nächste Einkommensrunde verschoben, wäre das eine doppelte Belastung. Das kommt für uns nicht in Frage." Auch betriebsbedingten Kündigungen werde die Gewerkschaft nicht zustimmen, sagte Kirchner. Er räumte ein, die Bahn müsse im Güterverkehr möglicherweise einen Umsatzeinbruch von einer Milliarde Euro hinnehmen.

Die Bahn hatte erst am Mittwoch ein Zwei-Milliarden-Euro- Sparprogramm für den gesamten Konzern bis zum Jahr 2014 angekündigt. Die Gütersparte machte im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz.

Gespart werden solle an verschiedenen Stellen, "durch eine rigide Ausgabensteuerung, geringere Leistungseinkäufe bis hin zu Einsparungen beim Personal durch Kurzarbeit", sagte Kremper. Es zeichne sich im Güterverkehr ab, "dass der Bedarf an Beschäftigten abnimmt". "Wir sind bemüht, beispielsweise Lokführer vorsorglich in den Personenverkehr zu vermitteln."

Die Transportmenge sei im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gesunken. "Nach wie vor sind 35 000 Güterwagen abgestellt", berichtete Kremper. Aus den Branchen Stahl und Automobilbau gebe es keine guten Nachrichten. "Wir schätzen deshalb, dass wir erst in einigen Jahren wieder das gute Niveau von 2008 erreichen werden." Die Strukturen bei Schenker Rail hätten sich jedoch bewährt. Deshalb stehe die Sparte auch besser da als die anderen europäischen Güterbahnen, die schon vor der Krise rote Zahlen geschrieben hätten, stellte Kremper fest.

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