Wirtschaftsprüfer
Ebner & Stolz schaffen eine Dreierfusion

Die Fusion der Kleinen ist perfekt. Ebner, Stolz & Partner fusionieren ab Januar 2009 mit BFMJ aus Köln und Mönning aus Hamburg. Damit entsteht die achtgrößte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deutschlands. Der Angriff auf die großen Vier ist eröffnet.

STUTTGART. Hinter den "großen Vier" in der Szene der Wirtschaftsprüfer kommt der Markt endlich in Bewegung. Der Stuttgarter Wirtschaftsprüfer Ebner, Stolz & Partner wird zum ersten Januar 2009 mit BFJM Bachem Fervers Janßen Mehrhoff in Köln und Mönning in Hamburg zusammengehen, wie das Handelsblatt von den Beteiligten erfuhr. Damit entsteht die achtgrößte Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Deutschland mit 700 Beschäftigten und einem Umsatz von voraussichtlich 90 Mio. Euro in diesem Jahr. Das Unternehmen wird unter Ebner Stolz Mönning Bachem firmieren. Über die Hälfte der Anteile an dem neuen Unternehmen halten die Partner von Ebner & Stolz.

"Wir grenzen uns bewusst von den großen vier amerikanischen Beratungshäusern ab und wollen Marktführer im Mittelstand werden", sagt Wolfgang Russ, Partner von Ebner, Stolz und Partner. Helfen soll dabei der multidisziplinäre Beratungsansatz aus Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechts- und Unternehmensberatung.

Die drei Partner haben bereits seit längerem kooperiert und sich jetzt zum Zusammenschluss entschlossen. Besonders stark ist das neue Unternehmen in der reinen Wirtschaftsprüfung. Mit 100 Wirtschaftsprüfern rangiert es hier bereits auf Rang sechs. In Stuttgart gehören die Haniel-Tochter Takkt, Dürr, Zander, Stihl und Fischer zu den Kunden.

Mit der verstärkten Präsenz will die Prüfungsgesellschaft sich künftig aber auch ein größeres Stück bei Großaufträgen abschneiden. Die Chancen dazu stehen nach Einschätzung von Experten nicht schlecht, weil die großen vier PWC, KPMG, Ernst & Young und Deloitte & Touche bei fast allen großen Deals auf einer der Seiten beteiligt sind und deshalb für unabhängige Teil-Prüfungen nicht mehr zur Verfügung stehen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Engpässe, weil kleinere Gesellschaften wegen der Größe der Aufträge nicht einspringen konnten. Ebner Stolz Mönning und Bachem sehen sich mit ihrer Präsenz in 13 Städten jetzt gut gerüstet, um näher an die Großen heranzurücken. "Als nationaler Anbieter haben wir das komplette Know-how unter einem Dach", betont Christian Janßen von BFJM. Bei internationalen Fragen greift das Unternehmen auf das Netzwerk Nexia mit 620 Büros in 97 Ländern zurück, bei dem Ebner & Stolz führendes Mitglied ist.

Herbert Meyer, Präsident der Prüfstelle für Rechnungslegung (Bilanzpolizei) hält es für wichtig, "ein gewisses Wettbewerbsniveau in der Wirtschaftsprüferbranche zu erhalten". Bewegung war zuletzt in die Branche gekommen, als Ernst & Young den Prüfauftrag für Siemens gewann und mit dem Dax-Aufsteiger K+S kürzlich Deloitte in den Dax zurückkehrte. Bis dahin hatten sich PWC und KPMG die im DAX notierten großen Brocken unter sich aufgeteilt. Bei Siemens sind allein in Deutschland im Jahresdurchschnitt 100 Wirtschaftsprüfer im Einsatz. Für Ebner & Stolz wäre dieser Brocken allerdings noch immer zu groß.

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