Wöhrl besucht Air-Berlin-Manager
Luftfahrt-Draufgänger nimmt Sondierungsgespräche auf

Ein prominenter Bieter im Geschacher um die Pleite-Airline ist der Nürnberger Luftfahrtmanager   Hans Rudolf Wöhrl. Heute lotet er seine Chancen in der Air-Berlin-Zentrale aus. Was verspricht er sich von dem Deal?
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NürnbergWenn Hans Rudolf Wöhrl von der Luftfahrt spricht, ist Liebe im Spiel. „Ich habe ein Kind mit viel Mühen und Entbehrungen großgezogen und es dann verheiratet“, schrieb er einst nicht etwa über einen seiner Sprösslinge, sondern über die Abnabelung von seinem Nürnberger Flugdienst, den er im Jahre 1974 gründete. Nun mischt der Unternehmer aus Franken im Poker um Air Berlin mit.

Ganz oder gar nicht, lautet dabei seine Devise: Wöhrl will die insolvente Fluglinie komplett übernehmen. Er und seine Mitstreiter könnten nur eine „homogene Firma“ mit allen Fachbereichen, auch Technik und Verwaltung, gebrauchen, sagt er. Bei einer Zerschlagung fielen Sparten weg.

Mit 69 Jahren wirft sich Wöhrl mit Verve in die Bieterschlacht um Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft. Immer wieder brachte er sich zuletzt lautstark ins Gespräch, wollte nicht hinnehmen, dass Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann ihn trotzdem nicht einlud. Mit Erfolg: An diesem Mittwoch sei er für ein Sondierungsgespräch in Berlin, sagte Wöhrl. Er trifft sich in der Firmenzentrale mit dem Air-Berlin-Management, um seine Chancen für eine Übernahme der Pleite-Airline auszuloten.

Die Entscheidung über eine Zerschlagung der Fluggesellschaft hatte der Air-Berlin-Gläubigerausschuss zuletzt vertagt. Es laufen laut Wirtschaftsministerium Gespräche mit Lufthansa, Easyjet und Ryanair. Wöhrl, ein Mann mit Hang zu markigen Sprüchen, witterte ein abgekartetes Spiel, in dem die Bundesregierung ihre Finger habe.

Die Lufthansa werde bevorzugt, kritisierte er. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass wir in Deutschland auf dem besten Weg zu einer sozialistischen Planwirtschaft sind, bei der nur noch Großbetriebe erwünscht sind.“

Air Berlin hatte Wöhrls Angebot zunächst als „PR-Gag eines Trittbrettfahrers“ eingestuft – auch, weil es wohl per E-Mail kam und im Posteingang lange nicht gefunden wurde.

Vom Bund bekommt der umtriebige Wöhrl ebenfalls Gegenwind: Eine Komplett-Übernahme lehnte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig klar ab. „Das Modell Air Berlin als eine eigenständige Airline ist ja gescheitert“, sagte er. Angst vor dem Scheitern hat Wöhrl aber offenkundig nicht. Air Berlin ist möglicherweise auch nicht seine schwierigste Mission.

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  • Die Expertise von Herrn Staatssekretär Machnig bezüglich Airline Management ist doch wohl eher dürftig. Die Expertise von Herrn Wöhrl dagegen ausgezeichnet.
    Der Beweis, dass die ehemals fünft grösste europäische Airline nicht funktionieren kann, ist noch lange nicht gegeben worden.
    Das Etihad die Airberlin für eigene Zwecke missbraucht hat, der Beweis wurde deutlich geliefert.

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