Wöhrl drückt aufs Tempo
LTU auf der Suche nach rechtem Weg

Die angeschlagene Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft LTU sieht sich nach der Übernahme der DBA durch Air Berlin unter Zugzwang. Viele der insgesamt 2900 Mitarbeiter der LTU-Gruppe fragen sich, in welche Richtung der Düsseldorfer Konzern steuert.

HB DüSSELDORF. Erst vor einem halben Jahr hatten DBA und LTU eine Kooperation geschlossen, um Millionen zu sparen und im Verbund der Lufthansa gemeinsam starke Konkurrenz zu machen. Es blieb jedoch bei den einfachen Kostenvorteilen. Zu einer wirklichen Verbindung DBA-LTU kam es nicht. Der fränkische Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl verkaufte in der vergangenen Woche DBA an Air Berlin. Als Mehrheitsgesellschafter will der agile Manager die Sanierung der LTU vorantrieben. Sein Schwiegersohn Peter Oncken sitzt als Geschäftsführer mit im Cockpit der defizitären Airline.

Bei Arbeitnehmervertretern wächst die Befürchtung, dass die LTU zerschlagen werden könnte. „DBA und Air Berlin sind zusammengenommen auf der Kurz- und der Mittelstrecke sehr breit aufgestellt. Ihnen fehlt jetzt nur noch die Langstrecke“, sagte der für LTU zuständige Verdi-Verhandlungsführer Peter Büddicker. „Dafür braucht die LTU keine 26 Flugzeuge“, verdeutlichte er für den Fall, dass LTU auf Air Berlin zugeschnitten werden sollte. Hintergrund der Befürchtungen sei auch das Unternehmenskonzept, das aus Sicht von Verdi zu einer Zergliederung der LTU führt. Bei einer solchen Aufspaltung bestehe die Gefahr, dass am Ende nur ein kleiner Teil übrig bleibe. Die Anteilseigner hätten die Belegschaft zutiefst verunsichert, betont Büddicker.

Damit ist Wöhrl gemeint. Der Hobby-Pilot nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Begeisterung eines Großteils der LTU-Mitarbeiter und ihrer Gremien für einen Zusammenschluss mit DBA habe sich in Grenzen gehalten, hielt er der Belegschaft in einem Schreiben vor. „Die LTU-Mitarbeiter müssen umdenken“, unterstrich er in einem Interview. Wöhrl und die Geschäftsführung fordern von der Belegschaft einen Gehaltsverzicht, um den Ferienflieger rasch aus der Verlustzone zu bringen. Ende August beginnen die Tarifverhandlungen. Laut Verdi stehen bisher eine zeitlich befristete einkommensabhängige Absenkung um drei bis fünf Prozent sowie der Verzicht auf Weihnachtsgeld im Raum. In der Summe sollen die Personalkosten um 15 Mill. Euro sinken.

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