"Wohl erst 2006 wieder operativ schwarze Zahlen"
Karstadt-Quelle schreibt auch 2005 ab

Der Karstadt-Quelle-Chef rechnet nun auch im kommenden Jahr nicht mehr mit operativen Gewinnen. Um so dringender baut der angeschlagene Handelskonzern daher auf eine schnelle Kapitalerhöhung. Die Aktionäre sollen am Montag darüber abstimmen. Unterdessen wurde die Starbucks-Beteiligung bereits verkauft.

HB DÜSSELDORF. Karstadt-Quelle werde voraussichtlich erst 2006 wieder ein positives Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) erzielen, sagte Vorstandschef Christoph Achenbach am Montag bei der außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Bei der Vorstellung des Restrukturierungsplans Ende September hatte Achenbach bereits für 2005 ein positives Ebta in Aussicht gestellt.

Analysten und Aktienhändler reagierten enttäuscht. „Ich betrachte das als Gewinnwarnung“, kommentierte Christian Bruns von Sal Oppenheim die zurückgenommene Ergebnisprognose. Schon vorher hatten Branchenexperten die Planungen des seit Juni amtierenden Konzernchefs als sehr ambitioniert bezeichnet.

Die im MDax notierte Aktie von Karstadt-Quelle gab am Vormittag um 1,3 % auf knapp über zehn Euro nach. Ein Händler begründete dies mit enttäuschenden Verkaufsankündigungen. „Die Aktie gerät unter Druck, weil Karstadt außer Starbucks keine weiteren Beteiligungsverkäufe bekannt gegeben hat und sie dazu auch keinen Preis genannt haben. Da hätten sich einige wohl etwas mehr erhofft.“

Achenbach rief die Aktionäre zur Zeichnung der geplanten Kapitalerhöhung über 500 Mill. € auf. Die Entscheidung darüber ist der wichtigste Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung. Achenbach hob hervor, die kreditgebenden Banken gewährten die langfristige Finanzierung nur unter der Bedingung, dass die geplante Kapitalerhöhung über 500 Mill. € noch in diesem Jahr erfolge. Sollten die Aktionäre grünes Licht geben, soll der Bezugspreis der neuen Aktien voraussichtlich am 25. November anhand des Marktpreises festgesetzt werden. Am 14. Dezember würden die neuen Aktien dann erstmals an der Börse gehandelt.

Die Option auf eine zusätzliche Wandelanleihe in Höhe von mindestens 125 Mill. € will sich Karstadt-Quelle offen halten. Das gehöre zum Refinanzierungskonzept, sagte Achenbach. Die Entscheidung dazu sei aber noch nicht gefallen.

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