Wohnungskonzern
Gagfah erwartet viel von 2014

Die erste Dividende seit vier Jahren: Der Immobilienkonzern Gagfah möchte seine Aktionäre an den guten Geschäftszahlen teilhaben lassen. Das operative Ergebnis soll 2014 nun sogar um ein Drittel steigen.
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FrankfurtBeim Wohnungskonzern Gagfah soll es mit dem Gewinn in diesem Jahr kräftig aufwärts gehen. Davon werden auch die Aktionäre profitieren: Sie sollen – erstmals nach vier Jahren – für 2014 wieder eine Dividende bekommen: 20 bis 25 Cent je Aktie stellte Vorstandschef Thomas Zinnöcker am Mittwoch in Aussicht.

2013 stieg das operative Ergebnis (FFO) um rund acht Prozent auf 122 bis 124 (2012: 114) Millionen Euro, für das laufende Jahr verspricht Zinnöcker einen Gewinnsprung um 35 Prozent. Bisher hatte er ein Plus von 25 Prozent vorhergesagt. „Das basiert auf dem Erfolg der Refinanzierung“, sagte der Gagfah-Chef der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Gagfah zahlt nach der überraschend reibungslosen Erneuerung der Kreditverträge im Schnitt nur noch 3,1 statt 4,35 Prozent Zinsen auf seine mehr als vier Milliarden Euro Schulden. Das erspare ihr 40 Millionen Euro im Jahr, rechnete Zinnöcker vor.

172 bis 177 Millionen Euro FFO will Gagfah in diesem Jahr mit der Bewirtschaftung der Wohnungen verdienen. Für 2015 ist ein weiterer FFO-Zuwachs um zehn Prozent geplant. 70 Millionen Euro sollen allein 2014 in die Modernisierung des Bestandes fließen, zwei (2013: ein) Prozent Mietsteigerungen erhofft sich Zinnöcker dadurch. Der Leerstand soll bis zum Jahresende auf weniger als vier (Ende 2013: knapp 4,5) Prozent sinken.

Der neue Gagfah-Chef steht für das unerwartete Comeback des vom US-Finanzinvestor Fortress an die Börse gebrachten Unternehmens. Die auslaufenden Kredite und die Strategie der Amerikaner hatten das Unternehmen jahrelang gelähmt, während die Konkurrenz zugekauft hatte. Nun sieht Zinnöcker das Unternehmen bald wieder im Angriffsmodus: „In den nächsten Jahren ist mit Gagfah auf jeden Fall zu rechnen.“ Ein größerer Wohnungskonzern könne neue Investoren anziehen. „Da gibt es kaum einen Weg um Gagfah herum. Wir wollen Muskeln ansetzen, um aus einer Position der Stärke heraus handeln zu können.“

In diesem Jahr sollen aber zunächst 4000 bis 4500 Wohnungen in Randlagen verkauft werden – von 144.000 insgesamt. „Akquisitionen machen wir nur, wenn etwas Günstiges auf dem Weg liegt“, sagte Zinnöcker. Der ehemalige Mehrheitsaktionär Fortress hatte den steigenden Kurs der Gagfah-Aktie genutzt und im vergangenen Jahr insgesamt 35 Millionen Papiere auf den Markt geworfen und seine Beteiligung auf 41 Prozent abgebaut. „Ich würde einen nächsten Schritt nicht ausschließen, wenn der Kurs weiter steigt“, sagte der Gagfah-Chef. Am Mittwoch gab die Aktie allerdings nach einer Herabstufung von JPMorgan leicht nach auf 10,80 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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