Würzburger Kickers: Wie ein Start-up unter Konzernen

Würzburger Kickers
Wie ein Start-up unter Konzernen

Der überraschende Aufstieg in die 2. Bundesliga ist für die Würzburger Kickers nicht nur ein sportliches Wunder, sondern vor allem ein großes unternehmerisches Risiko. Firmen aus der Region wollen den Erfolg absichern.

WürzburgIvica Olic, Kevin Kuranyi oder doch Piotr Trochowski? Ende Juni sprudelten die Gerüchte um hochkarätige Neuzugänge für die Würzburger Kickers nur so durch die Universitätsstadt. Der Verein, gerade in die 2. Fußball-Bundesliga aufgestiegen, hatte „eine gravierende Entscheidung im personellen Bereich“ angekündigt. Die Auflösung fiel dann doch etwas unspektakulärer aus als von einigen erhofft: Trainer Bernd Hollerbach verlängerte seinen Vertrag bei den Kickers um drei Jahre.

„Wir machen hier keine verrückten Dinge“, sagen Hollerbach und Daniel Sauer, Vorstand der Fußballabteilung, unisono. Können sie auch gar nicht. Denn für einen Verein, der vor fünf Jahren noch in der sechstklassigen Landesliga spielte und sich nach und nach an den Profifußball herantasten wollte, bedeutet das Abenteuer 2. Bundesliga vor allem Eines: einen finanziellen Drahtseilakt.

Ähnliche Turbo-Emporkömmlinge waren im deutschen Profi-Fußball zuletzt 1899 Hoffenheim und RB Leipzig. Doch ein Vergleich zwischen den beiden finanzstarken Klubs und Würzburg hinkt. In Hoffenheim und Leipzig pumpten Dietmar Hopp bzw. Dietrich Mateschitz schon zu Dritt- und Zweitligazeiten Millionen in ihre Spielzeuge und machten den Erfolg so planbar. In Würzburg treten statt Großkonzernen wie SAP und Red Bull Mittelständler wie Flyeralarm und S.Oliver als Hauptsponsoren auf.

Das spiegelt sich vor allem im Etat wider: Schon im vergangenen Drittliga-Jahr waren die Kickers mit einem Gesamtbudget von rund 3,5 Millionen Euro im unteren Drittel der Liga angesiedelt. In der zweiten Liga jedoch sind sie wie ein Start-up unter Konzernen. Zwar kommt durch den Aufstieg ein sattes Plus an Fernsehgeldern rein, „aber die Etat-Schere zu den anderen Klubs wird in diesem Jahr noch deutlich weiter auseinandergehen“, schätzt Sauer. Eine genaue Summe, mit der die Würzburger für die zweite Liga planen, will er nicht nennen.

Einen Großteil des verfügbaren Geldes können die Kickers gezwungenermaßen nicht in die Mannschaft investieren: Für die 2. Bundesliga muss der Verein vor allem infrastrukturell nachlegen, will er die Auflagen des Ligaverbandes DFL erfüllen. Die größte Baustelle ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes das schwer in die Jahre gekommene Stadion.

Bislang fasste die „Flyeralarm-Arena“ 10.006 Plätze. Völlig ausreichend für eine Mannschaft, die vor wenigen Jahren noch vor einer Handvoll Zuschauern kickte. Doch schon vor der letzten Saison mussten die Kickers einiges investieren, um die Maßstäbe für die 3. Liga zu erreichen. Jetzt werden die Anforderungen noch einmal ungleich größer.

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