Yemenia gilt als schwarzes Schaf der Branche
Neuer Airbus-Crash schockt Luftfahrtbranche

Der zweite Absturz einer Airbus-Passagiermaschine innerhalb weniger Wochen hat die Diskussion um die Flugsicherheit angefacht. Die EU denkt nun über eine weltweite "Schwarze Liste" für bedenkliche Airlines nach.

MÜNCHEN. Der erneute Absturz einer Passagiermaschine von Airbus hat die Diskussion um Flugsicherheit angefacht. EU-Kommissar Antonio Tajani forderte in Brüssel eine weltweite "Schwarze Liste" für bedenkliche Airlines. Eine solche Liste soll nach dem Modell der Europäischen Union Flugzeuge am Boden halten, die von ihren Airlines schlecht gewartet werden. Tajani will seinen Vorschlag bei einem Treffen mit Vertretern der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) vorlegen.

Die Forderung nach der "Schwarzen Liste" kam wenige Stunden nach dem Absturz einer Passagiermaschine der Fluggesellschaft Yemenia vor der Küste Afrikas. Das Flugzeug vom Typ Airbus A 310 zerschellte wenige Kilometer vor der Landung auf dem Flughafen von Moroni, der Hauptstadt der Komoren. Es ist nach dem Unglück einer Air-France Maschine vor Brasilien der zweite Absturz eines Airbus innerhalb weniger Wochen.

An Bord der neuen Unglücksmaschine befanden sich 153 Menschen. Ein Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde des Jemen gab die Zahl der Insassen von Flug IY 626 mit 142 Passagieren und 11 Besatzungsmitgliedern an. Rettungskräfte konnten am Dienstag nur eine Überlebende bergen, ein 14 Jahre altes Mädchen. Zudem wurden bis zum Nachmittag drei Leichen gefunden, wie ein Sprecher des komorischen Verkehrsministeriums sagte. Die Absturzursache ist unbekannt. Im Unglücksgebiet herrschten starke Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern.

Aus Kreisen der EU-Kommission hieß es, dass die Fluglinie seit Juli 2007 wegen "lückenhafter Berichterstattung" auf einer "Watchlist", einer Art Risikodatei, steht. Innerhalb der letzten drei Jahre wurden den Angaben zufolge 24 Untersuchungen bei der Gesellschaft durchgeführt. Trotzdem blieb die Maschine im Einsatz.

Der jetzige Unglücksflug hatte auf dem Weg von Paris nach Moroni mehrere Zwischenstopps eingelegt, in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa stiegen die Passagiere auf den alten Airbus A310 um. An Bord waren auch 66 Franzosen, von denen viele Verwandte in dem Inselstaat haben. Frankreich entsandte deshalb nicht nur Schiffe und ein Suchflugzeug, es will auch an den Ermittlungen zur Absturzursache teilnehmen. Schnell weckte die Regierung in Paris Zweifel an den Sicherheitsstandards bei Yemenia. Auch Airbus schickte eine Expertengruppe.

Die Unglücksairline Yemenia ist den französischen Behörden bereits mit Sicherheitsmängeln aufgefallen, sagte Frankreichs Transportminister Dominique Bussereau dem französischen Fernsehsender i-tele. "Die fragliche A310 wurde 2007 von der Flugsicherheitsbehörde in Frankreich kontrolliert und es wurden zahlreiche Mängel festgestellt." Seitdem sei die Maschine nicht wieder im französischen Luftraum gesehen worden.

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