Zahl der Beteiligungen soll auf 50 steigen
MDax-Aufsteiger Indus will Dividende stabil halten

Die Indus Holding AG will ihren Aktionären für 2003 eine Dividende auf Vorjahreshöhe zahlen, auch wenn das operative Ergebnis niedriger ausfallen sollte als erhofft.

vwd BERGISCH-GLADBACH. Vorstandsvorsitzender Helmut Ruwisch bekräftigte im Gespräch mit vwd die Prognose, dass der Umsatz im laufenden Jahr auf 720 (680) Mill. Euro steigen wird. Große Erwartungen knüpft das Unternehmen mit Sitz in Bergisch Gladbach an die bevorstehende Rückkehr in den MDax.

Die auf mittelständische Beteiligungen spezialisierte Indus war bereits rund ein Jahr lang im mittleren Börsensegment vertreten, bis sie bei der Umstellung der Indizes im März 2003 in den SDax eingeordnet wurde. Nur wenige Monate später ebnete die Übernahme von Wella durch Procter & Gamble für Indus den Rückweg: Fällt das Kosmetikunternehmen bis zum 19. August aus dem MDax heraus, rückt sie automatisch nach - sonst muss die Deutsche Börse hierzu einen neuen Beschluss fassen. „Wir drücken uns selbst die Daumen, dass es schnell geht“, sagte Ruwisch. Indus habe aber so oder so eine gute Ausgangsposition. „Umsatzsteigerung auf eine Mrd. Euro bis 2008 erreichbar“

Von der Rückkehr in den MDax verspricht sich der Vorstandsvorsitzende vor allem mehr Öffentlichkeitswirksamkeit und Börsenliquidität. Dabei geht es nicht allein um die Attraktivität der eigenen Aktie, sondern auch ums Geschäft: Je bekannter das Unternehmen, desto mehr Angebote für Beteiligungen kommen ins Haus. Und hier hat sich Indus für die kommenden fünf Jahre viel vorgenommen: Die Zahl der Beteiligungen soll auf 50 von derzeit 39 steigen, und mit ihr der Konzernumsatz auf rund eine Mrd. Euro. „Das Ziel ist anspruchsvoll, aber erreichbar“, sagte Ruwisch.

Der Schwerpunkt liegt auf profitablen Nischenanbietern mit einem Umsatz zwischen 15 Mill. und 80 Mill. Euro. Meist handelt es sich um Betriebe, die von der Nachfolgerproblematik betroffen sind. Für Sanierungsfälle dagegen interessiert sich Indus nicht. Zudem kommt es auf die Streuung an: So griff Ruwisch 2002 bei einem attraktiven Kfz-Zulieferer nicht zu, weil diese Sparte sonst ein Übergewicht im Portfolio bekommen hätte. In welche Branchen der Konzern einsteigt, ist ein Stück weit auch dem Zufall überlassen, denn nicht immer gibt es Kaufgelegenheiten in den Wunschbranchen. Zurzeit halte er bei Medizintechnik und Elektrotechnik Ausschau, sagte Ruwisch.

Atempause bei Investitionen

Für 2003 schweben ihm zwei Akquisitionen vor, außerdem soll noch eine bestehende Beteiligung auf 80 von 60 Prozent aufgestockt werden. „Mit zwei Unternehmen stehen wir derzeit in intensiven Verhandlungen“, sagte Ruwisch, ohne Einzelheiten zu nennen. Die fünf Akquisitionen in 2002 bezeichnete er als „Ausreißer nach oben“, jetzt müsse Indus erst einmal durchatmen. 110 (55) Mill. Euro investierte Indus im vergangenen Jahr, davon 80 Mill. Euro in neue Beteiligungen. Dieses hohe Niveau werde 2003 nicht mehr erreicht, kündigte Ruwisch an. Zudem werde sich das Verhältnis zugunsten interner Investitionen verschieben.

Die sind auch nötig, denn in konjunkturell schwierigen Zeiten bleiben Probleme nicht aus. Während die Holding ihre Funktion in normalen Zeiten auf Beratung und Controlling beschränkt, greift sie in kritischen Lagen auch ins Geschäft von Beteiligungen ein leitet die nötigen Restrukturierungsmaßnahmen ein. Zum Glück handele es sich jedoch derzeit nur um ein bis zwei Ausnahmefälle. „Das ist bei einer Gesamtzahl von 39 Unternehmen nicht schön, aber auszuhalten“, sagte Ruwisch.

Angesichts der Restrukturierungen sei im Moment noch ungewiss, ob Indus das operative Ergebnis 2003 wie erhofft auf Vorjahreshöhe halten könnte. Das erste Halbjahr sei nicht ganz so erfolgreich gewesen wie das erste Quartal, räumte Ruwisch ein. Die ersten drei Monate ließen sich nicht linear auf das Gesamtjahr hochrechnen. Im ersten Quartal steigerte Indus den Umsatz auf 157,1 (142,2) Mill. Euro, während das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit 13,3 Mill. Euro auf Vorjahreshöhe lag.

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