Zahl der Verdächtigen in Untersuchungshaft ist nicht bekannt
Frankfurter Immobilienskandal führt zu fünf Festnahmen

In der Frankfurter Immobilien-Bestechungsaffäre hat es nach Angaben der Staatsanwaltschaft mittlerweile fünf Festnahmen gegeben. Medienberichten zufolge soll unter den Verdächtigen der vor einigen Wochen fristlos entlassene Geschäftsführer der Deka-Immobilien GmbH, Michael Koch, sein.

HB FRANKFURT. „Es hat eine fünfte Festnahme am vergangenen Donnerstag gegeben. Am Freitag wurde dann Haftbefehl erlassen“, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Montag entsprechende Medienberichte vom Wochenende. Unklar blieb, wie viele der Verdächtigen noch in Untersuchungshaft sitzen. Der Sprecher wollte dies - ebenso wie andere Details - nicht kommentieren.

Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Wochenende zufolge handelt es sich um Frankfurter Immobilienkaufleute in Untersuchungshaft. Darunter sei auch der vor einigen Wochen fristlos entlassene Geschäftsführer der Deka-Immobilien GmbH, Michael Koch. Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner hatte zudem der „Frankfurter Rundschau“ gesagt, bei den Ermittlungen habe seine Behörde in der Immobilienbranche „ein Netzwerk von Korruption“ angetroffen: „Was ich bislang sagen kann ist, dass es mehr als 50 Beschuldigte gibt - mit steigender Tendenz.“

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Dutzend Banken-Mitarbeiter, Architekten, Projektleiter und Bauunternehmer, die bei Grundstücks- und Gebäudegeschäften fingierte Rechnungen erstellt und sich daran bereichert haben sollen. Deka-Immobilien gehört zur DekaBank, der Fondstochter der Sparkassen-Finanzgruppe.

Die Vorgänge sollen sich während des Immobilien-Booms zwischen 1999 und 2003 abgespielt haben. Bereits seit Juni sitzt der frühere Mit-Geschäftsführer der Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate in Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 500 000 Euro Schmiergeld angenommen zu haben. Unter anderem soll er sich beim Bau des IBC-Hochhauses in Frankfurt von einem Architekten bestechen haben lassen, der im Gegenzug einen Planungsauftrag erhalten haben soll. Das Geld soll jeweils über einen Mittelsmann geflossen sein, der fingierte Rechnungen gestellt habe. In anderen Fällen hätten sich Käufer und Verkäufer bei Grundstücksgeschäften ohne fremde Hilfe geeinigt, dann jedoch nachträglich einen Makler eingeschaltet. Alle drei hätten sich später die Makler-Gebühr geteilt, die die Bank bezahlt habe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%