Zahlen
Die Post spart sich in die schwarzen Zahlen

Viel haben die Experten nicht erwartet von der Deutschen Post im Hinblick auf die Zahlen für das zweite Quartal. Und der Konzern konnte die Prognosen schlagen. Zwar gingen Gewinn und Umsatz zurück, aber nicht so stark wie befürchtet. Dabei hat auch die Arcandor-Insolvenz belastet.

BONN. Der Postkonzern verliert weiter massiv Geschäft im klassischen Brief-Sektor. Im zweiten Quartal sank das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis der einstigen Brot- und Butter-Sparte um 38 Prozent. Schon im ersten Quartal hatte es einen dramatischen Rückgang gegeben. Die Deutsche Post DHL will deshalb ihre Pläne für eine Brief-Dienstleistung via Internet vorantreiben und schon im nächsten Jahr marktreif haben, kündigten Vorstandsvorsitzender Frank Appel und Sparten-Vorstand Jürgen Gerdes gestern an.

Ungeachtet der Nöte im Kerngeschäft peilt Appel für das laufende Jahr ein Ebit vor Einmaleffekten von 1,2 Mrd. Euro an. „Wir steuern erfolgreich durch die Krise“, behauptete der Post-Chef anlässlich der Vorstellung der Quartals- und Halbjahresbilanzen im Bonner Post-Tower. Das ist offenbar auf den strikten Sparkurs zurückzuführen. Das im November 2008 begonnene Streichprogramm wird laut Appel sein Einsparziel von einer Milliarde Euro bereits im zweiten Quartal des nächsten Jahres und nicht erst zum Jahresende erreichen. Nach dem das Vorjahr mit einem Verlust abgeschlossen wurde, kann sich die Post in 2009 auf dem weichen Polster der Erlöse aus dem Verkauf der Postbank auf schwarze Zahlen freuen.

Analysten zeigten sich von den Zahlen positiv überrascht, vor allem der erfolgreiche Sparkurs wurde gewürdigt. Allerdings äußerten die Banker auch Skepsis zur weiteren Unternehmensentwicklung angesichts der schwerwiegenden Probleme im Briefsektor. Mit einem Plus von zeitweise 4,5 Prozent war die Post-Aktie gestern der Dax-Gewinner.

Hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sei der Konzern allerdings gezwungen, weiterhin „auf Sicht“ zu fahren, schränkte Appel seinen Optimismus ein. Zwar gebe es in einigen Märkten reges Neugeschäft, aber eine „substanzielle Verbesserung sehen wir noch nicht.“ Eine nennenswerte Erholung des Welthandels sei in den kommenden Monaten nicht zu erwarten.

Als Spezialproblem muss die Post die Insolvenz des Kaufhaus- und Versandhandelsgiganten Arcandor verkraften. In den unterschiedlichen Unternehmensbereichen summierten sich die daraus resultierenden Verluste im ersten Halbjahr auf rund 40 Mio. Euro. Was künftig negativ verbucht werden müsste, sei noch offen, sagte Appel. Bislang liege noch kein Restrukturierungskonzept des Insolvenzverwalters vor. Folglich sei man auch nicht in Verhandlungen über mögliche neue Konditionen für die Dienstleistungen rund um den Versandhandel.

Die anhaltenden Substanzverluste in der Briefsparte machten eine „Transformation dieses Kerngeschäfts“ nötig, sagte Brief-Vorstand Gerdes. Erstmals konkretisierte er die bereits seit längerem in der Branche kontrovers diskutierten Überlegungen zum „Brief im Internet“, die auch schon als „Online-Brief“ oder „De-Mail“ bezeichnet worden waren.

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